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Ansatz zur Demenzprävention

Spermidin als Autophagie-Induktor

Das Polyamin Spermidin kurbelt die Selbstreinigung der Zellen, die sogenannte Autophagie, an. Die Supplementation mit der körpereigenen Substanz könnte eine Möglichkeit sein, neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen. Wir wirksam der Ansatz ist, wird derzeit untersucht.
Christina Hohmann-Jeddi
04.03.2020  08:00 Uhr

In Zellen fällt kontinuierlich eine Art Müll an. Diese beschädigten oder dysfunktionalen Proteine und Zellbestandteile müssen ebenso kontinuierlich abgebaut werden, damit sie sich nicht anhäufen und die Zelle schädigen. Den hierfür verantwortlichen Selbstreinigungsprozess der Zelle, die Autophagie, entdeckte in den 1990er-Jahren der japanische Wissenschaftler Professor Dr. Yoshinori Ōsumi, der für seine Forschung 2016 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Im Alter lässt die Autophagieaktivität nach. Mit einer reduzierten oder gestörten Autophagieaktivität wird eine Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson sowie kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs. Inwieweit die Induktion der Autophagie einen Ansatz bietet, Erkrankungen vorzubeugen, besprachen Experten im Februar auf einer Veranstaltung von Infectopharm in Frankfurt am Main.

»Eine Möglichkeit, die Autophagie zu aktivieren, ist das Fasten«, berichtete Professor Dr. Andreas Michalsen vom Immanuel Krankenhaus in Berlin. Der Prozess werde angekurbelt, wenn die Glykogenspeicher in der Leber leer sind. »In Abhängigkeit von der Muskelmasse ist dies bei Frauen nach rund elf bis zwölf Stunden, bei Männern nach etwa 13 bis 14 Stunden der Fall«, sagte der Experte. Entsprechend positiv könnte sich Intervallfasten mit täglichen Nahrungspausen von 14 Stunden oder mehr auswirken.

Als Alternative zum Fasten werden derzeit sogenannte Caloric Restriction Mimetics erforscht. Diese Substanzen ahmen die Effekte der Kalorienrestriktion nach, unter anderem auch die Induktion der Autophagie. Eine solche Substanz ist das Polyamin Spermidin. Erstmals wurde es aus Sperma isoliert, woher es seinen Namen hat. Es kommt aber im menschlichen Körper in den meisten Zellen vor. Neben dieser endogenen Produktion kann es auch über die Nahrung aufgenommen werden und wird zudem von der Darmmikrobiota gebildet.

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