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Betäubungsmittel im Fokus
Sonderfall Substitutionstherapie

Kennzeichnung beachten

Substitutionsmittel, die zur Mitgabe bestimmt sind und dem Patienten ausgehändigt werden, sind in Einzeldosen und kindersicher verpackt abzugeben. Oft werden Substitutionsmittel als Rezepturarzneimittel verordnet. Da sie nicht zur intravenösen Anwendung bestimmt sein dürfen, wird hier in der Regel viskose Grundlösung nach NRF zugesetzt.

Rezepturarzneimittel in Einzeldosisbehältnissen sind nach Apothekenbetriebsordnung sowie mit folgenden Angaben zu kennzeichnen:

  • enthält ... mg Wirkstoff,
  • Lösung am … einnehmen,
  • Vor Kindern gesichert aufbewahren! Nicht zur Injektion, Lebensgefahr! Achtung! Die enthaltene Einzeldosis kann für nicht gewöhnte Patienten tödlich sein.

Besonderheit: Mischrezepte

In der Praxis führen sogenannte Mischrezepte, das heißt Sichtbezug und Take-Home-Verordnung auf einem Rezept, oftmals zu Problemen. Entscheidend ist die eindeutige ärztliche Vorgabe. Der Arzt kann festlegen, dass der Patient an bestimmten Tagen das Substitutionsmittel unter Sicht, an anderen Tagen eigenverantwortlich einnimmt. Der Arzt legt hierfür patientenindividuelle Zeitpunkte fest, die auf dem Rezept oder auf einem separaten Dokument zu vermerken sind. Der Aufwand ist hier enorm, um eine übersichtliche, lückenlose und nachvollziehbare BtM-Dokumentation sicherzustellen.

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