Die Entscheidung für einen Umzug ins Pflegeheim ist gefallen. Doch welche Einrichtung soll es werden? »Die Besichtigung mehrerer Heime ist das oberste Gebot«, sagt Ramona Dilk, Pflegeberaterin beim Pflegestützpunkt Lichtenberg in Berlin. So könne man vergleichen.
Manche Heime haben Spezialisierungen, etwa für die Pflege von Menschen mit Demenz. Ansonsten geht es Dilk zufolge aber viel um subjektive Eindrücke: Passt die Lage? Hat das Heim einen Garten, in dem man nett sitzen kann? Gefallen die Zimmer? Wirkt die Einrichtung sauber und gepflegt? Was für Freizeitangebote gibt es? Was für einen Eindruck macht das Personal? Wie ist die Lage – gibt es ein nettes Café in der Nähe?
»Es sollte das Gefühl der Stimmigkeit aufkommen, schließlich wird man dort seine letzte Lebenszeit verbringen«, sagt Dilk. Apropos: Gut zu wissen ist auch, wie die Sterbebegleitung später aussieht.
Manche Pflegeheime führen übrigens Wartelisten – es klappt womöglich nicht direkt mit einem Platz. Einige Einrichtungen bieten auch ein Probewohnen an.
Ist der Vertrag mit dem Heim geschlossen, haben laut Kempchen beide Seiten Rechte und Pflichten. Der Bewohner muss das Entgelt bezahlen und gegebenenfalls – und rechtzeitig – Anträge beim Sozialhilfeträger stellen, wenn die Kosten nicht aus eigener Tasche zu stemmen sind. »Zahlen muss man von Beginn an, einziehen nicht. Das Heim muss aber den Platz freihalten.«
Um den Organisationsaufwand vor dem Umzug möglichst gering zu halten, kann man laut Dilk im Pflegeheim um Unterstützung bitten. Dort könnten Anträge abgenommen, ein Umzugs- und Fahrservice organisiert werden.
Auch auf Angehörige kommt einiges an Arbeit zu: Verträge müssen gekündigt werden, Ummeldungen sind notwendig, oft auch ein großes Aussortieren. Um den Überblick zu behalten, hilft eine To-do-Liste.
Der Tag des Einzugs und die Eingewöhnungsphase können zur Belastungsprobe werden – für die pflegebedürftige Person selbst, aber auch für ihre Liebsten. Dilk rät Angehörigen in dieser sensiblen Phase zu regelmäßigen Besuchen: »Bringen Sie den Lieblingskuchen mit. Und fragen Sie Ihren Angehörigen, was er sich wünscht.«
Gerade in der ersten Zeit plagen Angehörige oft Selbstvorwürfe à la »War das die richtige Entscheidung? Wie konnte ich meine Mutter in ein Heim geben?«. Sulmann rät, diese Schuldgefühle in Verantwortung für sich selbst und den Angehörigen umzuwandeln. »Dabei hilft das Gefühl, eine notwendige Entscheidung getroffen zu haben und zu sehen, wenn es beiden Seiten letztlich besser geht.«