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Apotalk der Apobank
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So führt der Weg in die eigene Apotheke

Der Schritt in die eigene Apotheke ist eine unternehmerische Entscheidung mit vielen Facetten. Inaberin Adela Kalic, Apobank-Berater Daniel Vieten und Steuerberaterin Stephanie Alefs haben analysiert, worauf es bei Standortwahl, Wirtschaftlichkeit, Finanzierung, Personal ankommt.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 10.09.2026  16:05 Uhr

»Lage, Lage, Lage«

Daniel Vieten, Senir Berater Private Banking bei der Apobank, betonte, dass die Bank möglichst früh in den Gründungsprozess einbezogen werden sollte. »Je früher wir in den Prozess eingebunden sind, umso besser haben wir die Möglichkeit, sehr frühzeitig mitzuplanen«, sagte er. Der Standort müsse detailliert analysiert werden, grundsätzliche gehe es um »Lage, Lage, Lage«. Zudem müsse genau betrachtet werden, wie die Apotheke zu erreichen sei und wie die Wettbewerbssituation im Umfeld ist. Besonders wichtig sei auch die Struktur der Ärzteschaft in der Nähe sowie deren Zukunftssicherheit.

Generell gelte, dass die Finanzierung individuell auf die persönliche und betriebliche Situation zugeschnitten werden sollte, eine »Musterfinanzierung« gebe es nicht. Er empfehle nicht, Eigenkapital in die Finanzierung einer Apotheke einzubringen, damit dieses für private Projekte noch zur Verfügung stehe. 

Zwar sei es möglich, eine größere oder mehrere Apotheken zu übernehmen; dies erfordere jedoch deutlich mehr unternehmerische Verantwortung, so Vieten. »Grundsätzlich bietet ein Verbund Chancen, aber natürlich auf der anderen Seite auch andere Risiken als eine Einzelapotheke«, sagte er. Man müsse Lust auf Verantwortung haben und sich in jedem Fall mit den konkreten Zahlen auseinandersetzen. 

Rohertrag individuell analysieren

Über die steuerlichen und rechtlichen Aspekte informierte Stephanie Alefs, Steuerberaterin bei A & O Steuerberatung GmbH. Ein Kaufpreis sei dann sinnvoll, wenn er aus der zukünftigen Ertragskraft der Apotheke finanzierbar sei. »Wenn die Planzahlen der Apotheke passen und der Kaufpreis tragbar ist, dann ist der Kaufpreis meines Erachtens auch fair«, so Alfefs. 

Bei einer Übernahme zähle zudem nicht nur der Umsatz, sondern vor allem dessen Zusammensetzung und die Ertragskraft, so die Expertin. Zudem müsse die Rezept- und Verschreiberstruktur besonders gründlich geprüft werden. Vor allem der Rohertrag einer Apotheke könne stark variieren und müsse individuell analysiert werden. Hilfreich sei es, eine Auswertung von der Rezeptabrechnungsstelle einzusehen. So könne geschaut werden, ob die Apotheke breit aufgestellt ist oder unter Umständen nur an einer Praxis hängt. 

Weiterhin erläuterte Alefs, dass das Personal neben dem Wareneinkauf der wichtigste Kostenfaktor sei. »Ohne gute Mitarbeiter ist es heute auch nicht möglich, eine Apotheke erfolgreich zu betreiben«, weiß sie. Auch Miet-, IT-, Technik- und sonstige laufende Kosten müstsen bei der Übernahme berücksichtigt werden.

Die Steuerberaterin wies darauf hin, dass steuerliche und rechtliche Fragen frühzeitig professionell geklärt werden müssten. Es sei ratsam, einen Juristen zu einem späteren Zeitpunkt mit ins Boot zu holen. Auch das Thema Testament und Ehevertrag müsse im Gründungsprozess beachtet und besprochen werden. 

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