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PhiP im HV
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Selbstmedikation bei Heuschnupfen

Viele Heuschnupfen-Geplagte kennen ihre Symptome schon seit Jahren. Trotzdem sollte die Apotheke einem Präparatewunsch nach einem Allergiemittel nicht blind nachkommen, sondern die Wirksamkeit der bisherigen Therapie überprüfen und aufmerksam für mögliche Komplikationen wie einen Etagenwechsel sein. Der sechste Teil der Serie »PhiP im HV« beleuchtet, worauf es bei der Beratung zu Heuschnupfen ankommt. 
AutorKontaktMichelle Haß
Datum 03.05.2021  07:00 Uhr

Nasale Glucocorticoide bei Heuschnupfen

Beclometasondipropionat, Fluticasonpropionat und Mometasonfuroat sind als lokale Glucocorticoid-Nasensprays rezeptfrei erhältlich. Voraussetzung für die Abgabe ist eine ärztliche Diagnose. Die Wirkstoffe haben sich besonders bei nasalen Symptomen als wirksam erwiesen und bieten den Vorteil, dass sie neben der antiallergischen Wirkung auch direkt ins Entzündungsgeschehen eingreifen. Jedoch wirken sie erst nach drei bis fünf Tagen regelmäßiger Anwendung. Eine Anwendung bei Bedarf bringt keinen Effekt. Gegebenenfalls können Anwender die ersten Tage mit einem nasalen Antihistaminikum überbrücken. Wichtig: Um die Nasenscheidewand zu schonen, beim Sprühen die sogenannte Überkreuztechnik anwenden, das heißt, mit der rechten Hand ins linke Nasenloch sprühen und umgekehrt.

Prophylaxe bei Heuschnupfen

Zur vorbeugenden Therapie stehen der Mastzellstabilisator Cromoglicinsäure sowie der Wirkstoff Ketotifen zur Verfügung. Letzteres hat sowohl mastzellstabilisierende als auch antihistaminerge Eigenschaften, weshalb es häufig auch in diese Klasse eingeordnet wird. Betroffene sollten die Wirkstoffe mindestens 48 Stunden vor der Allergenexposition anwenden. Wichtig ist außerdem eine bei Allergenexposition regelmäßige Anwendung, das heißt bei Cromoglicinsäure viermal, bei Ketotifen zweimal täglich.

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