| Alexander Müller |
| 05.05.2026 11:10 Uhr |
Beim Betriebsergebnis konnten sich die Apotheken mit durchschnittlich 168.000 Euro nur leicht gegenüber dem Vorjahr verbessern (162.000 Euro), wobei das steuerliche Betriebsergebnis mit 4,2 Prozent weiter rückläufig ist. Grundlage der Zahlen ist das Treuhand-Datenpanel der ABDA, das rund 2.400 testierte tatsächliche Betriebsergebnisse enthält.
Besorgniserregend ist die hohe Zahl an Apotheken im roten Bereich: Etwa 7 Prozent hatten 2025 ein negatives Betriebsergebnis, ein weiteres Viertel kommt nicht über 100.000 Euro hinaus. Damit liegen die Inhaber häufig schon unter den Bruttolohnkosten eines angestellten Krankenhausapothekers im öffentlichen Dienst.
Spürbar ist weiterhin die wachsende Online-Konkurrenz. Der Versandhandel gewinnt im OTC-Geschäft weiter Marktanteile und vereinte 2025 bereits 23,6 Prozent des Umsatzes auf sich. In den vergangenen Jahren stiegen – als Folge der E-Rezept-Einführung – aber auch die GKV-Arzneimittelausgaben für ausländische Versender. Lagen diese 2023 noch bei 415 Millionen Euro, stiegen sie 2024 auf 669 Millionen Euro (+61 Prozent) und 2025 noch einmal um 53 Prozent auf über 1 Milliarde Euro. Das könne auf Dauer eine Schwächung der Versorgung vor Ort bedeuten.
Und die Apotheken vor Ort? Bauer fasste die Leistungen der Apotheken im Jahr 2025 in Zahlen zusammen:
Die Zahl der Apotheken ist im 1. Quartal 2026 weiter gesunken und lag Ende März noch bei 16.601. Immerhin hat sich das Apothekensterben etwas verlangsamt. Aber Bauer konstatierte dennoch den niedrigsten Stand seit 1977 und eine im europäischen Vergleich weiter abfallende Apothekendichte – »trotz demografischer Entwicklung und fortschreitender Ambulantisierung«.
Bauers Zwischenfazit nach einem Jahr schwarz-roter Koalition: »Fast nichts, was Apotheken und Versorgung stärken soll, ist umgesetzt.« Im Gegenteil: Die im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungegesetz (ApoVWG) geplante PTA-Vertretung sei weder Entbürokratisierung noch Kostenentlastung, »sondern das Einfallstor für eine Deprofessionalisierung«.
Für 2026 erwartet die Wirtschaftsabteilung der ABDA weiter steigende Umsatzgrößen und Wareneinsatzquoten, auch aufgrund von Umverteilungseffekten durch Apothekenschließungen. Ein erheblicher Teil der Apotheken werde wirtschaftlich nicht »tragfähig« sein. Die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage dürfe nicht durch Kostendruck auf die Leistungserbringer abgefedert werden. Vielmehr müssten die noch vorhandenen lokalen ambulanten Strukturen gesichert werden, schloss Bauer.