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Typ-2-Diabetes

Sechs Subtypen des Prädiabetes identifiziert

Die Subtypen im Detail

Der Analyse zufolge kann generell zwischen drei Subtypen (Cluster 1, 2 und 4) mit niedrigem Diabetes-Risiko und drei Subtypen (Cluster 3, 5 und 6) mit erhöhtem Risiko für Diabetes und/oder Folgeerkrankungen unterschieden werden.

Subtyp 1 war mit einem BMI von durchschnittlich 26,82 kg/m² übergewichtig. Dem Subtyp 2 gehörten mit einem BMI von durchschnittlich 23,45 kg/m² vor allem normalgewichtige Menschen an. Das Risiko dieser Gruppe gilt als besonders gering. Der Subtyp 4 war mit einem mittleren BMI von 31,54 kg/m² adipös. Das Körperfett befand sich allerdings überwiegend im subkutanen Bereich und nicht im viszeralen, was als metabolisch günstiger gilt.

Cluster 5 wurde als die Teilpopulation mit dem höchsten Risiko für Typ-2-Diabetes, Nieren- und Gefäßerkrankungen und Gesamtmortalität identifiziert. Die Personen in diesem Cluster zeichneten sich durch Fettleibigkeit (BMI über 34,45 kg/m²), Insulinresistenz, eine ausgeprägte Fettleber und eine niedrige Insulinsekretion aus. Besonders die Resistenz des Körpers gegenüber Insulin scheint das Diabetes-Risiko hier stark zu erhöhen.

Menschen, die dem Subtyp 3 angehören, haben ebenfalls ein hohes Diabetes-Risiko. Sie bilden zu wenig Insulin, was die Autoren mit ausgeprägtem Bauchfett und Pankreasfett in Verbindung bringen. Der mittlere BMI lag hier bei 29,15 kg/m².

Der adipöse (BMI 34,94 kg/m²) Subtyp 6 scheint mit einem moderaten Risiko für Typ-2-Diabetes, dafür aber mit erhöhtem Risiko für Nierenleiden und Gesamtmortalität behaftet zu sein. Bereits vor einer Diabetes-Diagnose traten hier Schädigungen der Niere auf. Das Cluster bildet einen insulinresistenten Phänotyp, bei dem die Teilnehmer große Fettablagerungen im Bauchbereich, aber weniger Leberfett und eine höhere Insulinsekretion im Vergleich zu Cluster 5 aufwiesen.

Um zu ermitteln, ob sich die Einteilung auch in anderen Kohorten bestätigt, weitete die Forschungsgruppe das Verfahren auf 6810 Probanden der sogenannten Whitehall-II-Studie (DOI: 10.1093/ije/dyh372) aus London aus. Dort konnten ebenfalls die sechs Untertypen des Prädiabetes identifiziert werden.

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