| Annette Rößler |
| 30.10.2026 09:00 Uhr |
Glabellafalten ist die medizinisch korrekte Bezeichnung für die sogenannten Zornesfalten zwischen den Augenbrauen. Sie können durch Injektionen mit Botulinumtoxin geglättet werden. / © Getty Images/JulPo
Botulinumtoxin (BTX) ist ein Neurotoxin, das von Bakterien der Spezies Clostridium botulinum produziert wird und die Erregungsübertragung von Nervenzellen hemmt. Die daraus resultierende Muskelschwäche kann bei Vergiftungen mit BTX tödlich enden. Therapeutisch eingesetzt wird BTX als Injektion unter anderem bei Spastizitäten, chronischer Migräne, überaktiver Blase und übermäßigem Schwitzen.
Allgemein bekannt ist auch die kosmetische Anwendung. So lassen sich etwa durch Injektion von BTX in bestimmte Gesichtsmuskeln die sogenannten Zornesfalten zwischen den Augenbrauen (Glabellafalten) beseitigen. In Anlehnung an den Handelsnamen eines gängigen BTX-Präparats wird dies teilweise auch als »Botoxgesicht« bezeichnet. Allerdings kann die Mimik des Betroffenen durch die partielle Gesichtslähmung eingeschränkt sein.
Onabotulinumtoxin A zeichnet sich durch ein relativ langsames Anfluten und eine lange Wirkdauer aus: Im Allgemeinen stellt sich der erste Effekt der Injektion nach etwa drei Tagen ein, erreicht sein Maximum ein bis zwei Wochen nach der Behandlung und hält ungefähr drei Monate an. Für Patienten, die mit BTX beispielsweise gegen eine schmerzhafte Spastik behandelt werden, ist das ein Vorteil. Auf Personen, die eine kosmetische Anwendung in Erwägung ziehen, kann die Perspektive einer Wirkdauer von mehreren Monaten jedoch abschreckend wirken.
Trenibotulinumtoxin E (Boey® 1400 Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung, Abbvie) ist ein neues BTX-Präparat, dessen Wirkung schneller einsetzt und kürzer anhält als die von Botulinumtoxin A. Es ist bestimmt zur vorübergehenden Verbesserung des Aussehens von moderaten bis starken Glabellafalten, wenn diese bei erwachsenen Patienten eine erhebliche psychologische Belastung darstellen. Die Anwendung des verschreibungspflichtigen Präparats darf nur durch einen Arzt mit Erfahrung in der Behandlung solcher Falten erfolgen. Epinephrin sollte dabei für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion verfügbar sein.
Trenibotulinumtoxin E ist ausschließlich zur intramuskulären Injektion bestimmt. Vor der Anwendung muss jede Durchstechflasche mit 1 ml 0,9-prozentiger NaCl-Lösung zur Injektion rekonstituiert werden. Die fertige Lösung enthält dann 140 Einheiten pro 0,1 ml. Pro Behandlung sollen insgesamt 700 Einheiten, also 0,5 ml Lösung, verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass die Einheiten nicht austauschbar sind mit den Einheiten, die zur Angabe der Wirkstärke von anderen BTX-Präparaten verwendet werden.