Pharmazeutische Zeitung online
Drogensubstitution

Schmale Gratwanderung

Etablierte Therapie

Fest steht: Die Substitutionstherapie gilt in Deutschland als etablierte Möglichkeit, das Überleben sowie die gesundheitliche und soziale Stabilisierung der Betroffenen im Sinne der Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe zu erreichen. Weiteres Therapieziel ist es, körperliche und psychische Begleiterkrankungen sowie den gesundheitsgefährdenden Beigebrauch zusätzlicher Suchtmittel, der bei polytoxikomanen Patienten mit bestehendem Szenekontakt gerade zu Therapiebeginn eine normale Komponente des Konsummusters darstellt, zu reduzieren (2, 20).

Dennoch werden nur 50 Prozent der Suchtpatienten professionell behandelt. Von circa 166.000 Opioidabhängigen im Dezember 2021 erhielten nur 81.500 eine substitutionsgestützte Behandlung gemäß Paragraph 5 BtMVV (8). Insbesondere die Versorgung in ländlichen Gebieten gilt nach wie vor als unzureichend (21). Viele kleinere Apotheken schließen, was eine Umverteilung der Substitutionspatienten mit sich bringt. Hinzu kommt, dass immer mehr Substitutionsärztinnen und -ärzte in den Ruhestand gehen, sich aber gleichzeitig viel zu wenige Ärzte finden, die eine Substitutionsbehandlung anbieten wollen – das bei steigenden Patientenzahlen. Die Substitutionsversorgung steht vor neuen Herausforderungen. Zu ihrer Sicherung sollte eine Honorierung dieser essenziellen pharmazeutischen Dienstleistung im Sinne des Apotheken-Stärkungsgesetzes erfolgen.

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