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Kulturgeschichte

Schlaf im Wandel

Die Uhr ist auf Winterzeit umgestellt. Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit stört den Schlaf vieler Menschen. Vor einigen Jahrhunderten hingegen war eine durchgehende Nachtruhe unüblich. Eine Reise in die Geschichte des Schlafs.
Jennifer Evans
24.10.2020  11:00 Uhr

Der Mensch verschläft ein gutes Drittel seines Lebens. Die Zeit ist zwar unproduktiv, aber lebensnotwendig. Doch die Schlafqualität nimmt weltweit ab. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) kämpfen 25 Prozent der Deutschen mit Schlafproblemen und 11 Prozent erleben ihren Schlaf als »häufig nicht erholsam«. Fehlende Erholung hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch ökonomische Konsequenzen.

Studien aus den vergangenen Jahren bestätigen den Trend, dass die Menschen immer schlechter schlafen. Die Anzahl der Deutschen, die eine Diagnose mit Blick auf Ein- oder Durchschlafstörungen bekam, hat sich zwischen den Jahren 2005 und 2017 von 8,8 auf 17,6 unter 1000 Befragten erhöht. Das hatte die Barmer-Krankenkasse ermittelt. Ausgeschlafener fühlen sich lediglich die Inder und Chinesen. Wie eine weltweite Ipsos-Umfrage aus dem Jahr 2018 ergeben hatte, belegen diese beiden Länder die Spitzenplätze, wenn es um ihre nächtliche Erholung geht. Von jeweils rund 1000 Befragten hatten 68 Prozent beziehungsweise 57 Prozent im Alter zwischen 16 und 64 Jahren angegeben, sich morgens ausgeruht zu fühlen. Von den Japanern halten sich selbst nur 36 Prozent und in Südkorea nur 35 Prozent für ausreichend ausgeschlafen. In Deutschland gaben etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) an, im Alltag genug Schlaf zu bekommen.

Die meisten Deutschen schlafen sieben Stunden (32 Prozent) oder sechs Stunden (28 Prozent) pro Nacht, wie 2017 eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse unter rund 1000 Befragten belegte.

Über die Ursachen für Schlafprobleme muss die Bevölkerung besser aufgeklärt werden, fordert das RKI. Auch der aktuelle Health Report 2020 von der Firma Stada bestätigt das europaweite Unwissen rund um dieses Thema. Demnach wissen 90 Prozent der Europäer zwar, dass Stress negative Auswirkungen auf gesunden Schlaf haben kann. Aber dass Depressionen, Jetlag, Schichtarbeit oder Alkoholkonsum genauso dazu zählen, wissen schon weniger.

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