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München
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Scharpf: Apotheken sind wie ein Airbag

Mit ohrenbetäubendem Protest machen die süddeutschen Apothekenteams in München ihrem Ärger und ihren Forderungen Luft. Lautstark fordern sie die Rettung der Apotheken: jetzt!
AutorKontaktCornelia Dölger
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 23.03.2026  14:48 Uhr

PTA sollen nicht als »politische Sparmaßnahme« herhalten

Trautner ergänzte, man wolle eine flächendeckende Versorgung, kein abgespecktes Angebot und keine Verzwergung der Apotheken. Die PTA-Vertretungsidee sei abzulehnen, gleichwohl seien PTA »hoch geschätzte Mitarbeitende«. Sie hätten es nicht verdient, eine »politische Sparmaßnahme zu sein«. Reformen seien nötig – aber diese müssten stärken und nicht schwächen. »Vergelt’s Gott für Ihren tollen Einsatz vor Ort«, rief Trautner.

Seidenath schloss: Man stehe voll an der Seite der Apotheken. Ohne Apotheken sei alles nichts, so Seidenath in Anlehnung an ein bekanntes Schopenhauer-Zitat.

Freie Wähler: Honoraranpassung auf 12 Euro

Susanne Enders von den Freien Wählern mahnte eindringlich, Reformen seien unabdingbar. Klar sei, dass man in diesem Gesundheitssystem ein flächendeckendes Apothekennetz brauche. Das System müsse vom Menschen aus gedacht werden.

Apothekenteams seien sozialer Netzpunkt, Gesundheitsexperten, Engpassmanager, Notdienstleister – und sie müssten wirtschaftlich funktionieren. Es gehe um Existenzen und Familien. Es brauche ein Reformgesetz, das seinem Namen gerecht werde. Im Gesetzentwurf fehle die Honoraranpassung – und zwar auf 12 Euro, so Enders. Zudem müsse die Vertretungsklausel gestrichen, obendrein die Botendienstpauschale erhöht werden. Der Apothekerberuf als freier Beruf müsse erhalten und die Inhalte des Koalitionsvertrags umgesetzt werden.

Patientenberaterin: Versender eher etwas für Gesunde

Patientenberaterin Carola Sraier betonte, die Apotheke sei lebensnotwendig. Versender könnten dies nicht leisten, diese seien im Prinzip eher etwas für Gesunde, so die Beraterin beim Gesundheitsladen München. Alte, Kranke und Schwache bräuchten eine Apotheke, die sie erreichen können und in der Gespräche möglich sind. Sraier dankte den Apotheken für ihre Fürsorge und zuverlässige Beratung. Auch dass sich Apotheken »manchmal in die Warteschleife hängen« und Unklarheiten zu Rezepten ausräumten, komme den Patienten zugute. »Dankeschön auch hierfür.«

Hubmann dankte allen Teilnehmenden für die Protestaktion in München. Unter langem Applaus sagte er zum Schluss, aus München gehe ein starkes Signal an die Bundespolitik. In Richtung Berlin appellierte der BAV-Chef: »Stärken Sie die Apotheken jetzt!«

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