Mehr als 160.000 Menschen arbeiten in Apotheken, mehr als 90 Prozent von ihnen Frauen. Auch die Angestellten hätten Anspruch auf eine faire Vergütung. Jetzt müsse Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ihr Versprechen der Honoraranpassung einlösen; mit ihren Protesten wolle der Berufsstand sie unterstützen. Die Anpassung sei angesichts galoppierender Kosten der Betriebe nötig, aber auch für eine angemessene Bezahlung der Angestellten, damit die Apothekenberufe in Zukunft attraktiv bleiben.
Silke Laubscher, Angestellten-Vertreterin im ABDA-Vorstand, forderte eine faire Vergütung für die Angestellten – auch deshalb sei die Honorarerhöhung nötig. / © BAV
Laubscher sprach weitere Knackpunkte im Gesetzentwurf an: Vermeintliche strukturelle Erleichterungen spielten nur den Drogeriemärkten und dem ausländischen Versandhandel in die Karten. »Die lachen sich ins Fäustchen, denn sie sind die Profiteure eines Systemwandels.«
Stattdessen müsse die Bedeutung der Apotheken im Gesundheitswesen noch viel größer werden. Der Berufsstand habe der Politik konkrete Vorschläge mit dem Zukunftskonzept gemacht. Doch nur gesunde Apotheken könnten zusätzliche Leistungen erbringen und dafür sei die wirtschaftliche Stabilisierung essenziell, unterstrich auch Laubscher.
Tag und Nacht würden Apotheken die Arzneimittelversorgung sicherstellen – und »das schätzen unsere Patienten sehr«. Die Bevölkerung stärke dem Berufsstand den Rücken. Die Online-Petition zur Apothekenrettung habe bereits 90.000 Unterschriften bekommen, berichtete sie unter großem Applaus. Jede Stimme helfe, der Politik deutlich zu machen, wie sehr »die Patienten uns brauchen«. Die nächsten Tage seien entscheidend. »Wir kämpfen für unsere Apotheken, unsere Arbeitsplätze und die faire Versorgung der Patienten.«
Rückenwind kam auch aus der Landespolitik. Carolina Trautner, CSU-Landtagsmitglied und Mitglied im Gesundheitsausschuss, betonte, Apotheken seien unverzichtbar und hoch kompetente Gesundheitsdienstleister. Sie seien keine Kostentreiber, sondern eine Entlastung für das Gesundheitssystem.
Bernhard Seidenath (CSU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag, pflichtete ihr bei. Fakt sei: »Ohne Apotheken können wir alle zusperren.« Die Apotheke werde gebraucht. Das Vertrauen in die Politik sei teils verspielt worden. Die Aussagen im Koalitionsvertrag müssten jetzt 1:1 umgesetzt werden, das sei auch Ziel eines Dringlichkeitsantrags von CSU und Freien Wählern im Landtag. Die CSU stehe zudem für ein Rx-Versandhandelsverbot.