Um Scham abzubauen, ist zunächst wichtig, die Gefühle wahrzunehmen und anzuerkennen - bei sich und seinem Gegenüber. Und zwar auch, wenn man selbst die Situation vielleicht nicht als peinlich empfindet. Das hilft, dass sich das Gegenüber akzeptiert und respektiert fühlt.
Entlastend können laut ZQP klare Absprachen sein: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie wird die Hilfe konkret benötigt und gewünscht? Dies gibt beiden Seiten Sicherheit.
Zudem sollte man im Alltag Pflegebedürftige so viel wie möglich selbst machen lassen - das stärkt ihr Selbstwertgefühl. Genauso wie liebe, wertschätzende Worte zwischendurch manchmal Wunder wirken können.
Um Reaktionen von Pflegebedürftigen besser einordnen zu können, ist neben Gesprächen auch entscheidend, sich über das Krankheitsbild und mögliche Symptome genau zu informieren.
Damit die Scham die Beziehung und den Pflegealltag nicht belastet, ist es wichtig, dass Angehörige sich Unterstützung holen. Ein Gespräch mit Freunden über die Situation oder ein Austausch in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Pflegenden kann hilfreich sein.
Damit es nicht zu einer dauerhaften Belastung kommt, empfiehlt das ZQP zudem: rechtzeitig professionelle Hilfe in Form einer psychologischen oder pflegerischen Beratung in Anspruch zu nehmen.
Auch regelmäßige Auszeiten für Pflegende sind nötig. Und manchmal kann es sinnvoll sein, die Pflegekonstellation zu verändern - etwa indem man einen ambulanten Pflegedienst einbindet. Denn niemand muss sich dafür schämen, wenn er oder sie sich bei der Pflege Hilfe holt.