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Ultraverarbeitete Lebensmittel
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Risiko für Verhaltensprobleme bei Kindern?

Knapp die Hälfte der täglichen Kalorienzufuhr von Vorschulkindern in Kanada stammt aus ultraverarbeiteten Lebensmitteln. Was dies für ihre psychische Entwicklung bedeutet, war bislang kaum untersucht. Jetzt liefert eine prospektive Kohortenstudie erstmals systematische Evidenz.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 05.03.2026  11:00 Uhr

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Aufschlussreich sind die Substitutionsmodelle, mit denen die Forschenden statistisch simulierten, was passiert, wenn 10 Prozent der Energie aus UPF isokalorisch durch minimal verarbeitete Lebensmittel ersetzt werden. Die Antwort ist konsistent und über alle Verhaltensbereiche hinweg gleichgerichtet: Es resultieren niedrigere Scores und damit weniger Verhaltensauffälligkeiten. Dieser Befund ist nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern liefert auch einen konkreten Ansatzpunkt für Prävention und Ernährungspolitik.

Die von den Forschenden durchgeführter Subgruppenanalysen differenzieren das Bild weiter. Unter acht untersuchten Kategorien ultraverarbeiteter Lebensmittel stachen künstlich und zuckergesüßte Getränke besonders hervor. Deren Konsum war signifikant mit höheren Internalisierungswerten und Gesamtscores assoziiert. Auch Brot- und Getreideprodukte aus industrieller Fertigung sowie Fertiggerichte zeigten Assoziationen mit internalisierenden Symptomen. Zugleich weisen die Forschenden darauf hin, dass die Assoziation über nahezu alle Produktkategorien hinweg auf ein Muster weist, das auf Wirkmechanismen jenseits einzelner Nährstoffe hindeutet.

Die Ursachen sind dabei noch unklar. Im Vordergrund sehen die Autoren neuroinflammatorische Prozesse, die durch hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren und Natrium begünstigt werden, sowie die Verdrängung nährstoffdichter Lebensmittel durch energiereiche, aber mikronährstoffarme Produkte. Defizite an Vitamin D, Zink, Eisen, Folat, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren könnten so indirekt zu emotionaler und verhaltensbezogener Dysregulation beitragen.

Mögliche Wirkung über Darm-Hirn-Achse

Hinzu kommen Effekte über die Darm-Hirn-Achse: Ultraverarbeitete Lebensmittel stehen im Zusammenhang mit reduzierter mikrobieller Diversität, gestörten Immunreaktionen und erhöhten systemischen Entzündungsmarkern.

Auch endokrin wirksame Substanzen aus Verpackungsmaterialien, insbesondere Phthalate und Bisphenol, werden als mögliche Mediatoren diskutiert, zumal die Kinder in dem jungen Alter gegenüber solchen Expositionen besonders vulnerabel sein dürften.

Die Autoren die methodischen Einschränkungen offen. Die NOVA-Klassifikation via Ernährungshäufigkeitsfragebogen sei mit Unschärfen behaftet. Zudem sind Kausalaussagen aufgrund des Beobachtungsdesigns nicht möglich, auch wenn die prospektive Anlage und die breite Adjustierung auf Störfaktoren das Verzerrungspotenzial begrenzen.

Für die Praxis mahnen diese Ergebnisse dieser Studie an, wie wichtig die Vorschuljahre für die mentale Gesundheit sind. Leicht zu adaptierende Einflussfaktoren wie die Ernährung sollten besondere Beachtung geschenkt werden.

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