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Nasen- und Ohrentropfen

Richtig an Ort und Stelle

Das Ohr reagiert empfindlich auf Kälte und kalte Flüssigkeiten. Schmerzen oder Schwindel können die Folge sein. Deshalb empfiehlt es sich, die Tropfflasche oder Einmaldosenbehältnisse vor der Anwendung in der Hand oder der Hosentasche auf Körpertemperatur zu bringen.

Prinzipiell kann der Patient die Tropfen selbst in das Ohr einträufeln, doch besser geht es mit der Hilfe eines Familienangehörigen, erst recht, wenn Kinder und Senioren die Patienten sind. Beim Einträufeln gilt es, die Krümmung des Gehörgangs auszugleichen. Da sich diese bei Erwachsenen von der bei Säuglingen und Kleinkindern unterscheidet, sollten Erwachsene die Ohrmuschel leicht nach hinten und oben ziehen, beim Säugling und Kleinkind nach hinten und unten.

Am besten verabreicht man Ohrentropfen bei seitlich geneigtem Kopf. So kann die oft viskose Flüssigkeit gut bis zum Boden des Gehörgangs gelangen. Vor allen Dingen Kinder sollten bei dieser Prozedur auf der Seite liegen und die Position für zwei bis fünf Minuten beibehalten. Um Trommelfell und Gehörgangshaut vollständig zu benetzen, werden Kindern in der Regel zwei Tropfen, Erwachsenen bis zu fünf Tropfen verabreicht. Die Spitze des Tropfers sollte die Haut und das Ohr nicht ­berühren.

Um Kleidung oder Bettwäsche nicht zu beschmutzen, kann man den Gehörgang nach der Applikation locker mit Watte oder Mull verschließen. Ein kompakter Pfropf kann hingegen die Besiedelung mit Bakterien oder Pilzen begünstigen, weil sich eine feuchte Kammer bilden könnte. Einmal geöffnete Ohrentropfen in Mehrdosenbehältnissen sind innerhalb von vier Wochen zu verbrauchen. Diese Frist ist unabhängig davon, ob die Grundlage wasserhaltig oder -frei ist.

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