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Nasen- und Ohrentropfen

Richtig an Ort und Stelle

Viele gängige Präparate sind mit Ben­zalkoniumchlorid konserviert. Es gibt aber auch viele konservierungsmittelfreie (O. K.) Alternativen. Systeme wie der COMOD®-Dosiertropfer, das 3K®-Dosiersprühfläschchen oder das APF®-System verhindern die Kontamination des Inhalts bei der Applikation (wie Otriven® gegen Schnupfen, Xylo-­COMOD® Nasenspray, Olynth® Schnupfen Dosierspray). Hier gilt es, sich als Apotheker oder PTA über die technologischen Hintergründe des Präparates zu informieren und die Inhaltsstoffe zu prüfen, um ein geeignetes Präparat abzugeben.

Was die Applikation von Nasalia betrifft, sind es nicht nur hygienische Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Auch die zu applizierende Menge kann Probleme bereiten. So warnte die Arzneimittelkommission (AMK) der Deutschen Apotheker Ende Januar vor ­Dosierungsfehlern beim Präparat Otriven® 0,025 % Nasentropfen für Säuglinge. Die Dosiergenauigkeit der Pipettenmontur sei unzureichend, und so könne es bei der Applikation zu Überdosierungen kommen. Da die Jüngsten unter den Patienten meist nicht stillhalten, kann sich die Verabreichung schwierig gestalten. Die AMK erinnert das pharmazeutische Personal daran, die korrekte Anwendung der Dosierpipette besonders für die Anwendung bei Säuglingen und Kindern zu erläutern und gegebenenfalls zu demonstrieren.

Bei Babys vorher üben

Vor der Applikation von Nasentropfen ist generell die Nase zu putzen. Bei kleinen Kindern kann der Schleim mit einem Sekretsauger aus der Nasenhöhle (zum Beispiel Glasolive) entfernt werden. Tropfen werden bei weit zurückgebeugtem Kopf in die Nase eingetropft. Bei kleinen Kindern gelingt das gut auf dem Rücken liegend, am besten auf der Wickelkommode. Bei Nasensprays genügt leichtes Nachhintenbeugen des Kopfes in aufrechter Position.

Die gefüllte Pipette wird vorsichtig etwa einen halben Zentimeter beim Baby und einen Zentimeter beim Erwachsenen in den Nasenvorhof eingeführt. Durch leichten Druck auf das Saughütchen fällt ein Tropfen. Bei Säuglingen empfiehlt es sich, die Prozedur vorher außerhalb der Nase zu üben. Die Tropfpipette und auch knautschbare Sprayfläschchen werden solange zusammengedrückt gehalten, bis sie aus der Nase herausgezogen werden, sonst gelangt durch Ansaugen Nasensekret in die Pipette. Danach ist die Pipette vollständig zu entleeren und abzuwischen, bevor sie zurück in das Fläschchen geschraubt wird.

Bei nasalen Steroiden (alle in Sprayform) gibt es eine Besonderheit in der Anwendung: Wer den Sprühstoß mit der rechten Hand in die linke Nasenöffnung appliziert und umgekehrt, setzt damit den Sprühstoß eher Richtung Nasenflügelinnenseite und nicht Richtung Nasenscheidewand. Das verringert das Risiko von Septumschäden und Nasenbluten.

Auch die Anwendung von Ohrentropfen ist alles andere als ein Kinderspiel. In der Regel muss für die Applikation am Ohr das Trommelfell intakt sein. Ins Mittelohr gelangte Arznei- und Hilfsstoffe können ototoxisch wirken. Ein perforiertes Trommelfell kann der Patient an einem zischenden Geräusch erkennen, wenn er sich die Nase zuhält und dann wie beim Schnäuzen bläst. Dann ist der Gang zum HNO-Arzt unerlässlich. Ohrentropfen, etwa mit antimykotischer Wirkung, dürfen nur unter ärztlicher Überwachung bei defektem Trommelfell angewendet werden.

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