Der BR sprach mit dem Münchener Apotheker Peter Sandmann, der bereits schlechte Erfahrungen mit Rezeptfälschungen für Krebsmedikamente machen musste. Er sei vorsichtig geworden: »Durch die Überprüfung der vor allem hochpreisigen Rezepte, die im Verdacht stehen, gefälscht zu sein, ergibt sich natürlich ein erheblicher Arbeitsaufwand. Die verstärkten Kontrollen führten schon mal dazu, dass Patienten länger auf ihr Medikament warten müssten«, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. »Wir unterstellen grundsätzlich erstmal jedem, der mit einem Papierrezept über einen Hochpreiser kommt, dass das Rezept unter Umständen nicht in Ordnung ist.«
Michaela Gottfried vom Verband der Ersatzkassen (vdek) erklärte gegenüber dem BR: »Die gesetzliche Krankenversicherung ist ja eine Solidargemeinschaft und deswegen sind hinterher alle davon betroffen.« Aufgrund der angespannten Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherungen sei die konsequente Verfolgung der Straftaten wichtig.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.