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Millionenschaden
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Rezeptfälschungen belasten Apotheken und Kassen

Gefälschte Rezepte für Medikamente werden immer mehr zum Problem für Apotheken und Krankenkassen. Eine neue BR-Recherche zeigt: In den vergangenen Jahren kam es zu einem Schaden in mehrstelliger Millionenhöhe.
AutorKontaktPZ
Datum 15.07.2026  14:00 Uhr

Das Thema Rezeptfälschungen reißt nicht ab: Laut Bundeskriminalamt (BKA) betrifft dies vor allem Abnehmpräparate und Betäubungsmittel. Die polizeiliche Kriminalstatistik listete 2025 unter dem Schlüssel Urkundenfälschung 63.543 Fälle, ein Jahr zuvor noch 61.817, meldete das BKA.

Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks, der stichprobenartig bei großen Krankenkassen angefragt hatte, entstand durch die Fälschungen ein Schaden im mehrstelligen Millionenbereich. Bei der AOK sei in den vergangenen zwei Jahren ein Schaden von rund fünf Millionen Euro entstanden, die Techniker Krankenkasse vermeldete rund 600.000 Euro, die DAK-Gesundheit etwa 1,1 Millionen Euro. Bei der Barmer Ersatzkasse sei in zwölf Monaten ein Schaden von 2,5 Millionen Euro entstanden.

Laut BKA kann nur die konsequente Nutzung des E-Rezepts Abhilfe schaffen. Der BR berichtet, dass das bayerische Gesundheitsministerium bereits Ärztinnen und Ärzte darauf aufmerksam gemacht habe, dass die konsequente E-Rezept-Ausstellung Rezeptfälschungen drastisch minimiere.

Auch teure Krebsmedikamente stehen im Fokus der Kriminellen. Schon Anfang 2025 warnte die AOK Nordost vor Fälschungen bei Rezepten für das Krebsmedikament Lonsurf. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft warnte Ende 2025 vor Betrugsfällen mit Krebsmedikamenten oder Abnehmpräparaten. Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wird von den Beamten empfohlen, mutmaßlich gefälschte Rezepte einzubehalten und so schnell und unauffällig wie möglich die Polizei zu informieren. Auffälligkeiten sind laut BR unter anderem, wenn die Telefonnummer nicht zur Arztpraxis passt, wenn der Wohnort weit von der Apotheke entfernt ist oder wenn das Rezept genau dann eingelöst wird, wenn die ausstellende Arztpraxis geschlossen sind – dann seien keine Nachfragen möglich.

Das bayerische Landeskriminalamt und die Münchner Polizei hatten bereits Warnungen an rund 1000 Apotheken verschicken, außerdem steht die Landesapothekerkammer Bayern in direktem Austausch mit dem Polizeipräsidium München und hat ein Merkblatt zu der Problematik veröffentlicht. 

»Erheblicher Arbeitsaufwand«

Der BR sprach mit dem Münchener Apotheker Peter Sandmann, der bereits schlechte Erfahrungen mit Rezeptfälschungen für Krebsmedikamente machen musste. Er sei vorsichtig geworden: »Durch die Überprüfung der vor allem hochpreisigen Rezepte, die im Verdacht stehen, gefälscht zu sein, ergibt sich natürlich ein erheblicher Arbeitsaufwand. Die verstärkten Kontrollen führten schon mal dazu, dass Patienten länger auf ihr Medikament warten müssten«, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. »Wir unterstellen grundsätzlich erstmal jedem, der mit einem Papierrezept über einen Hochpreiser kommt, dass das Rezept unter Umständen nicht in Ordnung ist.«

Michaela Gottfried vom Verband der Ersatzkassen (vdek) erklärte gegenüber dem BR: »Die gesetzliche Krankenversicherung ist ja eine Solidargemeinschaft und deswegen sind hinterher alle davon betroffen.« Aufgrund der angespannten Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherungen sei die konsequente Verfolgung der Straftaten wichtig.

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