Topische Pilzinfektionen sind zum Glück meistens nicht lebensgefährlich. Sehr oft handelt es sich um Infektionen mit Dermatophyten. Sie sind die häufigsten Erreger von Haut- und Nagelpilzinfektionen, an denen bis zu 25 Prozent der Weltbevölkerung erkranken (3). Gegen gängige Antimykotika wie Azole und Terbinafin werden die Erreger jedoch zunehmend resistent. So zeigt etwa Trichophyton indotineae bereits kombinierte Resistenzen gegen mehrere Wirkstoffklassen und breitet sich nicht nur in Indien, sondern auch in Europa und den USA aus. Angesichts der begrenzten Auswahl an Medikamenten droht ein generelles Therapieversagen (4).
Manche invasive Mykosen können lebensbedrohlich verlaufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte deshalb im Oktober 2022 erstmals eine Priorisierungsliste pathogener Pilze (WHO fungal priority pathogens list to guide research, development and public health action, FPPL).
In ihrem Bericht hat die Organisation 19 pathogene Pilze nach Dringlichkeit in drei Prioritätsgruppen eingeteilt. Zur Gruppe der am höchsten priorisierten Erreger zählen Candida albicans, Candida auris, Aspergillus fumigatus und Cryptococcus neoformans. Die Bewertung erfolgte anhand mehrerer Kriterien, wobei Antimykotika-Resistenzen (38,5 Prozent) am stärksten gewichtet wurden, gefolgt von Todesfällen (knapp 14 Prozent), vorhandenen Therapieoptionen (knapp 12 Prozent), Zugang zu Diagnostik (rund 10 Prozent), jährlicher Inzidenz und Komplikationen (etwa 8,5 Prozent) (5, 6).
Candida auris, einer der am höchsten priorisierten Erreger, hat in den letzten Jahren zunehmend klinische Relevanz erlangt, da er häufig gegen mindestens eine der drei Hauptgruppen systemischer Antimykotika, also Azole, Echinocandine und Polyene, resistent ist. Multiresistente Stämme, die gegen alle zugelassenen Wirkstoffklassen unempfindlich sind oder nur eingeschränkt ansprechen, stellen eine zunehmende Herausforderung dar.
Wichtige Mechanismen der Resistenz umfassen
Candida auris ist auch für nosokomiale Ausbrüche bekannt, da der Pilz auf Oberflächen überlebt, leicht übertragen wird und in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen schwer kontrollierbar sein kann. Infektionen können invasiv und lebensbedrohlich verlaufen, vor allem bei immungeschwächten Patienten (7–9).
Nur im Bild schön: Candida auris kann invasive und lebensbedrohliche Infektionen auslösen, vor allem bei immungeschwächten Patienten. / © Adobe Stock/peterschreiber.media
Candida albicans, ein weiterer der am höchsten priorisierten Erreger, ist zwar für die meisten invasiven Candida-Infektionen verantwortlich, jedoch sensitiv gegenüber den meisten systemischen Antimykotika. Dennoch können sich, besonders bei längerer oder wiederholter Therapie, Resistenzen entwickeln. Das kann zum Beispiel bei wiederkehrenden oralen, ösophagealen oder vulvovaginalen Candidosen passieren.
Die Resistenzraten von C. albicans gegen Fluconazol und andere Azole sind regional unterschiedlich, liegen in vielen aktuellen Studien aber noch auf relativ niedrigem Niveau, allerdings mit steigender Tendenz. Einige isolierte Stämme zeigen Multiresistenzen gegen verschiedene Antimykotika. Resistenzmechanismen umfassen auch hier Veränderungen im Zielenzym (Lanosterol-Demethylase), Überexpression von Effluxpumpen und biofilmbildende Eigenschaften, die das Eindringen von Arzneistoffen erschweren (10–12).