Rekord: Kassen sparen 5 Milliarden mit Rabattverträgen |
Derzeit dürfen Apotheken bei Nicht-Verfügbarkeit eines Rabattarzneimittels auch ein vergleichbares Präparat abgeben. Das hat die Kosten für die Kassen nicht in die Höhe getrieben, hebt der DAV hervor. / Foto: Shutterstock/diplomedia
Mit insgesamt 4,966 Milliarden Euro liegen die Einsparungen der Kassen im Jahr 2020 leicht über denen des Vorjahrs (2019: 4,965 Mrd. Euro). Am meisten sparten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Ersatzkassen (vdek) mit je 2 Milliarden Euro. Die übrige Summe entfällt auf Betriebs-, Innungs- und Landwirtschaftskrankenkassen sowie die Knappschaft, wie der DAV am heutigen Montag auf Basis vorläufiger Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) mitteilte.
»Im Corona-Jahr 2020 haben Lieferengpässe und Lockdowns die sichere Versorgung der Menschen mit lebenswichtigen Arzneimitteln noch schwieriger gemacht als sonst«, so der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich: »Dass sie dennoch gut funktioniert hat, ist auch auf das Aussetzen der strengen sozialrechtlichen Regeln im Umgang mit Rabattarzneimitteln seit Ende April 2020 zurückzuführen«, betonte er. Wenn derzeit ein Rabattmedikament nicht verfügbar sei, könne der Patient aktuell leichter mit einem vorrätigen Ersatzpräparat versorgt werden. So ließen sich unnötige Kontakte durch wiederholte Apothekenbesuche reduzieren und Lieferengpässe mildern.
Diese ‚Beinfreiheit‘, die im Augenblick an die Fortgeltung der epidemischen Lage gekoppelt ist, brauchen die Apotheker Dittrich zufolge auch langfristig. Und dass durch diese Freiheit die Kosten nicht explodierten, belege der neue Rekord bei den Rabatteinsparungen, hob er hervor.