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In Bus, Bahn und Auto
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Reisethrombose entsteht durch langes Sitzen

Dass bei Flugreisen das Thromboserisiko erhöht ist, wissen viele. Verantwortlich ist vor allem das lange Sitzen, weshalb auch bei längeren Fahrten mit Bahn, Bus oder dem Auto eine Reisethrombose entstehen kann. Darauf weist das Centrum für Reisemedizin aktuell hin.
AutorKontaktLina Müller
Datum 24.09.2026  17:30 Uhr

Wer ohne Unterbrechung mehr als vier Stunden bei Reisen sitzt, kann eine venöse Thromboembolie (VTE) entwickeln. Das gilt für Flugreisen ebenso wie für lange Fahrten mit dem Bus, Zug oder Auto. Darauf macht das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf aktuell aufmerksam. »Der Begriff Economy-Class-Syndrom greift zu kurz«, sagt Professor Dr. Tomas Jelinek in einer Pressemitteilung des Centrums für Reisemedizin (CRM). »Entscheidend ist nicht die Buchungsklasse oder das Verkehrsmittel, sondern die Kombination aus langer Sitzdauer und individuellen Risikofaktoren.«

Starke Risikofaktoren sind eine frühere VTE, aktive Krebserkrankungen oder eine schwere Adipositas. Doch auch eine estrogenhaltige Kontrazeption, ein höheres Alter oder eine Schwangerschaft begünstigen die VTE, heißt es in der S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Auch kürzlich zurückliegende Operationen oder Verletzungen erhöhen das Risiko, vor allem wenn die Bewegungsfreiheit dadurch eingeschränkt ist.

Nur ein Ereignis pro 4656 Flüge

Insgesamt tritt eine symptomatische Reisethrombose nur selten auf. So kommt es alle 4656 Flüge zu einem Ereignis und zu 215 venösen Thromboembolien pro eine Million Reisende. Dauerte der Flug mehr als 16 Stunden, vervierfachte sich dieses Risiko beinahe, stellten Forschende um Dr. Saskia Kuipers von der Universität Leiden in einer Kohortenstudie fest (DOI: 10.1371/journal.pmed.0040290).

Jelinek sieht das ähnlich. »Gesunde Reisende müssen wegen eines Langstreckenflugs in der Regel keine Angst vor einer Thrombose haben«, sagt er. »Anders sieht es aus, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Dann sollte die Prävention nicht dem Zufall überlassen werden.«

Fußwippen beugt einer Thrombose vor

In der AWMF-Leitlinie werden zur Prävention Basismaßnahmen empfohlen: Reisende sollen ausreichend trinken, ihre Wadenmuskelpumpe etwa durch Fußwippen aktivieren und lockere Kleidung tragen. Alkohol sei zu vermeiden. Wer ein erhöhtes Thromboserisiko habe, könne zu Kompressionsstrümpfen greifen. »Vorausgesetzt, sie passen richtig und werden korrekt getragen«, fügt Jelinek an. Arzneimittel zur Prophylaxe sieht er hingegen kritischer. »Gerinnungshemmende Medikamente sind keine Standardlösung für lange Reisen. Sie gehören in die ärztliche Einzelfallentscheidung.« Auch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) zähle dazu.

Das CRM empfiehlt Menschen eine rechtzeitige, ärztliche Beratung vor einer Reise, wenn sie mehrere oder starke Risikofaktoren wie eine frühere Thrombose oder Thrombophilie haben. Und auch nach der Reise sollte man noch wachsam sein. Fachleute gehen davon aus, dass ein solches thromboembolisches Ereignis bis zu acht Wochen nach Ende der Reise auftreten kann. Warnzeichen sind eine einseitige Beinschwellung, Wadenschmerz, Atemnot, Brustschmerz oder plötzlicher Leistungsabfall. Diese Symptome sollten sofort medizinisch abgeklärt werden. 

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