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Auslandsreisen
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Arzneimittel am besten von zu Hause mitbringen

Eine gute Urlaubsplanung sollte grundsätzlich auch die Reiseapotheke umfassen – nicht nur, wenn Arzneimittel dauerhaft eingenommen werden. Andernfalls kann es böse Überraschungen geben. Davor warnt das Centrum für Reisemedizin.
AutorKontaktPZ
Datum 08.07.2026  16:00 Uhr

Im Zuge der Urlaubsvorbereitungen werden Medikamente schnell mal vergessen. Oder die Entscheidung, diese erst vor Ort zu erwerben, wird gezielt getroffen. Beispielsweise, wenn ein langer Auslandsaufenthalt oder eine Backpacking-Tour geplant ist – hier zählt jedes Gramm Gepäck. Davon rät das CRM Centrum für Reisemedizin jedoch ab und empfiehlt stattdessen, notwendige Dauermedikamente möglichst vollständig aus Deutschland mitzunehmen und Arzneimittel vor Ort – wenn nötig – ausschließlich in lizensierten Apotheken oder etablierten Gesundheitseinrichtungen zu erwerben, um echte und sichere Arzneimittel zu erhalten.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Arzneimittel auf informellen Märkten deutlich häufiger Qualitätsmängel aufweisen als Produkte aus offiziell betriebenen Apotheken und staatlichen oder kirchlichen Gesundheitseinrichtungen. »Wer Medikamente im Reiseland benötigt, sollte Straßenhändler, Marktstände und andere informelle Verkaufsstellen konsequent meiden«, rät Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Auch seien Tabletten und Kapseln aus großen Sammelbehältern häufiger von Qualitätsmängeln oder Fälschungen betroffen als original verschlossene Blisterpackungen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen durchschnittlich 10,5 Prozent der Arzneimittel minderwertig oder gefälscht. Besonders häufig werden sie in Ländern Zentral- und Westafrikas sowie in Südostasien gefunden.

»Viele Reisende denken bei Medikamentenfälschungen vor allem an gefährliche Inhaltsstoffe. Tatsächlich besteht das größte Risiko aber darin, dass Arzneimittel ihre therapeutische Wirkung nicht oder nur unzureichend entfalten«, erklärt Jelinek.

Reiseapotheke gut vorbereiten

Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt die Reiseapotheke vor Reisebeginn akribisch zusammen.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese möglichst vollständig aus Deutschland mitbringen.

Müssen Arzneimittel dennoch vor Ort gekauft werden, empfiehlt das CRM, original verschlossene Blisterpackungen zu bevorzugen und bei Zweifeln an Qualität oder Echtheit auf die Einnahme zu verzichten und medizinischen Rat einzuholen. Es lohnt sich daher, Verpackungen auf Rechtschreibfehler, Beschädigungen und vollständige Angaben zu prüfen. Auch fehlende Beipackzettel oder nicht nachvollziehbare Herstellerangaben können ein Hinweis darauf sein, dass etwas nicht stimmt. Jedoch könnten Laien Fälschungen in der Regel nicht erkennen, so Jelinek.

Reisen Kinder mit, ist besondere Vorsicht geboten. In der Vergangenheit haben verunreinigte Arzneimittelsäfte wiederholt schwere Vergiftungen und Todesfälle verursacht. Daher sollten pädiatrische Sirupe unbekannter Herkunft grundsätzlich vermieden werden.

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