Wie der Tagesspiegel berichtet, gab es heute Razzien gegen den Spitzenkandidaten der SPD für Berlin, Steffen Krach. / © Imago / Bernd Elmenthaler
In seiner Wohnung, der SPD-Landesparteizentrale in Berlin sowie seinem früheren Amtssitz in Hannover gab es heute laut dem Tagesspiegel Razzien von Ermittlern gegen Krach. Grund soll eine mögliche Bestechlichkeit sein. Der SPD-Spitzenkandidat, mit dem die PZ neulich über Apotheken gesprochen hat, soll, als er noch Regionspräsident der Region Hannover war, von einem Träger im Gesundheitswesen womöglich eine Spende erhalten haben, um sich in einem Bieterverfahren für ihn einzusetzen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Krach war von Ende 2021 bis Anfang 2026 Regionspräsident von Hannover. In dieser Zeit saß er dem Aufsichtsrat der kommunalen Krankenhauskette vor. Diese umfasst zehn Kliniken. Im Jahr 2023 entschied seine Regionalverwaltung, das alte Krankenhaus in der Gemeinde Lehrte bis 2030 zu schließen und stattdessen ein modernes Gesundheitszentrum aufzubauen. Krach warb öffentlich für das Modell jenes Anbieters, der später den Zuschlag nicht erhielt. Die Ermittler in Hannover schließen nach Informationen des »Tagesspiegel« jedoch nicht aus, dass er von diesem Anbieter eine Art »Spende« erhielt. Unklar sei, ob diese an ihn als Person oder an die SPD der Region gerichtet gewesen sein soll.
Bereits im Mai waren laut dem Tagesspiegel die Geschäftsräume des unterlegenen Anbieters durchsucht worden – auch damals wegen des Verdachts auf ein »Korruptionsdelikt«. Als Korruptionsdelikte gelten vor allem Vorteilsannahme und -gewährung sowie Bestechlichkeit und Bestechung.
Ein Berliner SPD-Sprecher wies die Unterstellungen gegenüber dem Tagesspiegel »in aller Entschiedenheit« zurück und bestätigte, dass man mit den Behörden »vollumfänglich« kooperiere.