Wer sich dabei ertappt, mal wieder mehr im Kopf als im Moment zu sein, kann sich mit einer Gegenwartsmeditation zurückholen, rät Schlemmbach. »Ich schaue mich um: Was sehe ich im Hier und Jetzt? Dann bin ich mit der Wahrnehmung meiner Umwelt beschäftigt und kann gar nicht grübeln.«
Wer die Methode erweitern möchte, kann es mit dem 5-4-3-2-1-Ansatz versuchen: Man konzentriert sich auf fünf Dinge, die man sieht, auf vier Dinge, die man hört, auf drei, die man fühlt, etwa Wind auf der Haut, auf zwei Gerüche und auf einen Geschmack.
Wer in sozialen Situationen am Moment vorbeilebt, etwa bei einem Date, kann die Gegenwartsmeditation abwandeln. Denn dabei analysieren wir uns meist selbst, weil der Fokus auf uns liegt: Wie komme ich gut rüber, was kann ich als Nächstes sagen? Die »Meditation« besteht dann schlicht darin, der anderen Person bewusst zuzuhören. »Wenn wir uns ehrlich für unser Gegenüber interessieren, dann geht der Druck, zu performen, weg«, so Schlemmbach.
Ein weiterer Tipp gegen Overthinking: einfach mal alles aufschreiben, was da so wabert. »Wenn ich das aufs Papier bringe, muss ich nicht mehr alles im Kopf jonglieren.« Wenn das Grübeln sehr belastet, rät Schlemmbach aber, herauszufinden, wozu es individuell dient, und entsprechende Prägungen aufzulösen – wenn nötig mit professioneller Begleitung.