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Entscheidungsprozesse
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Wie funktioniert Intuition im Gehirn?

Bauchgefühl oder Verstand – Experten erklären, wie Intuition funktioniert, wann man ihr im Alltag vertrauen kann und wie sich das Bauchgefühl gezielt trainieren lässt.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 04.06.2026  08:00 Uhr

Der Kopf sagt Ja, das Bauchgefühl sagt Nein. Eine Situation, die viele kennen, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen. Und nicht wenige folgen ihrer Intuition – und entscheiden sich gegen etwas. Womit sie oft richtig liegen. Ist das Zufall oder steckt mehr dahinter? Ein Neurowissenschaftler und ein Psychologe klären auf.

»Intuition ist unbewusste Intelligenz«, sagt der Psychologe und Autor Professor Dr. Gerd Gigerenzer, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Es sei gefühltes Wissen, das auf langjähriger Erfahrung beruhe und das man nicht begründen könne. Mit Magie, Esoterik oder gar göttlicher Eingebung hat es entsprechend nichts zu tun. Und auch nicht mit einem angeblich weiblichen Instinkt: »Auch Männer verlassen sich bei einer Entscheidung oft auf ihr Bauchgefühl«, stellt Gigerenzer klar.

Emotionale Vorstufe

»Bei Intuition läuft im Gehirn ein hochkomplexer Informationsverarbeitungsprozess ab, der unbewusst erfolgt«, sagt der Neurowissenschaftler und Autor Henning Beck. In Windeseile gleicht das Gehirn eine aktuelle Situation mit gespeicherten Erfahrungen ab: Wie lief das damals? Wie ähnlich ist die Lage heute?

Noch bevor eine Entscheidung bewusst wird, hat das Gehirn schon bewertet, ob es eine positive Situation nutzen oder eine negative Situation vermeiden will. »Erst wird intuitiv eingeordnet, dann rational begründet«, so Beck. Das Bauchgefühl sei die emotionale Vorstufe unserer bewussten Entscheidungsprozesse.

Ist Intuition das Gegenteil von Verstand? Nein – auch wenn das viele glauben. »Bauchgefühl und Ratio sind kein Widerspruch, im Idealfall ergänzen sie sich«, sagt Gigerenzer. Ein Beispiel aus der Medizin: Ein erfahrener Hausarzt untersucht eine Patientin, die er seit Jahren kennt. Äußerlich wirkt sie gesund. Und doch beschleicht ihn ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Er ordnet eine Blutuntersuchung an – und tatsächlich: Die Nierenwerte sind erhöht. Der Arzt hat seiner Intuition vertraut und sie anschließend rational überprüft.

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