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Rechtzeitig ausschleichen

Psychopharmaka bei Demenz richtig einsetzen

Ein kontrolliertes Ausschleichen (Deprescribing) sei meist möglich, ohne dass die BPSD wieder aufflammen. Manche Studien ergaben allerdings, dass dies nur kurzzeitig erfolgreich sei. Je länger ein Antipsychotikum verordnet war, umso schwieriger scheine das Absetzen. »Aber auch eine Dosisreduktion ist ein Erfolg.«

Gemäß der READY-Studie ist ein Ausschleichen indiziert, wenn die Verhaltenssymptome über drei Monate anhaltend gebessert sind, sowie bei fehlendem therapeutischen Effekt trotz adäquater Dosierung und bei nicht tolerablen Nebenwirkungen.

Die Dosis wird unter regelmäßiger ärztlicher Überwachung schrittweise reduziert. Man könne langsam auf 75, 50, 25 und eventuell 12,5 Prozent der Ausgangsdosis senken, empfahl die Ärztin. Je ausgeprägter die Verhaltensstörungen waren, umso vorsichtiger geht man vor. Flüssige Darreichungsformen seien oft hilfreich, da man tropfenweise zurücktitrieren kann. Zudem sollte immer eine Bedarfsmedikation verordnet werden. Bekommt der Patient mehrere Antipsychotika, wird eines nach dem anderen reduziert. Beim Wiederauftreten von BPSD sind die Ursachen abzuklären. Eventuell muss man einen Dosierungsschritt zurückgehen oder das Ausschleichen stoppen oder ganz beenden.

Für einen verantwortungsbewussten Einsatz von Antipsychotika wirbt auch das DECIDE-Projekt in Bayern.  Ein wichtiger Punkt sind Arzneimittelchecks in Heimen. Das Projekt führt Professor Dr. Janine Diehl-Schmid in Kooperation mit Fachapothekerin Dr. Monika Trojan, beide vom Klinikum rechts der Isar, durch. 

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