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Virale Tipps
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Pommes, Cola und kalte Löffel gegen Migräneattacken

In sozialen Medien kursieren zahlreiche Tipps, wie sich Migräneanfälle abschwächen lassen. Manche Betroffene schwören auf Pommes mit Cola, andere auf kalte Löffel auf der Stirn. Ob die Methoden tatsächlich wirksam sind, bewertet eine Expertin.
AutorKontaktChristina Düll
Datum 04.11.2026  13:00 Uhr

Von Haarklammern und Kältemasken

Ein weiterer Tipp, um Migräneattacken abzuschwächen, ist, Haarklammern an den Augenbrauen zu befestigen. Diese sollen nach Ellisons Einschätzung vor allem dadurch helfen, dass sie einen zusätzlichen Reiz setzen und so von den Schmerzen ablenken. Wissenschaftliche Belege für eine Wirksamkeit gebe es keine.

Besser untersucht ist die Verwendung von Kälte zur Schmerzlinderung. Ellison verweist hierzu auf eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022. Zu den untersuchten Methoden zählte beispielsweise das Tragen von Kühlhauben und Kaltgel-Stirnbändern. Solche Anwendungen können der Analyse zufolge die Schmerzen kurzfristig lindern. In einer der eingeschlossenen Studien gingen die Schmerzen durch eine 30-minütige Kühlung des Nackens im Durchschnitt um ein Drittel zurück. Dieser Effekt hielt nach der Anwendung zum Teil eine halbe Stunde lang an. Ob das auch durch eisgekühlte Löffel auf der Stirn gewährleistet ist, was manche Patienten versuchen, sei fraglich, so Ellison.

Das eigene Muster erkennen

Insgesamt seien die genannten Methoden nicht spezifisch auf Migräne ausgerichtet, betont die Neurowissenschaftlerin. Was bei anderen Kopfschmerzarten hilfreich sein könne, lasse sich nicht automatisch auf Migräne übertragen. Auch könne die Wirkung einzelner Maßnahmen von Person zu Person unterschiedlich ausfallen.

Ellison empfiehlt, die eigenen Migräneauslöser zu ermitteln, um möglichst früh auf einen Anfall reagieren zu können. Dabei könne ein Kopfschmerztagebuch helfen, frühzeitige Warnsignale und andere Einflüsse wie Ernährung oder Veränderungen des Schlafs besser einzuordnen.

Während die verschiedenen Migräne-Tricks also unterschiedlich gut wirksam sein können, ist die Wirksamkeit einer Reihe von etablierten Arzneistoffen zur Migränetherapie nachgewiesen. Dazu zählen Triptane, die gezielt in den Migränemechanismus eingreifen, aber auch herkömmliche Schmerzmittel wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sowie Metamizol und Paracetamol. In der Regel wirken die Analgetika am besten, wenn sie zu Beginn der Migräneattacke eingenommen werden, solange die Schmerzen noch nicht stark ausgeprägt sind.

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