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75 Jahre BPI
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»Politischen Entscheidern klarmachen, was auf dem Spiel steht«

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) blickt auf 75 Jahre Verbandsgeschichte zurück. Seit seiner Gründung im Jahr 1951 hat er die Entwicklung der Arzneimittelversorgung in Deutschland maßgeblich begleitet. Der Verband warnt davor, eine gesamte Industrie zum Kostenfaktor zu degradieren, und spricht von dringend notwendigen Strukturreformen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 10.06.2026  16:15 Uhr

Engpässe in der Arzneimittelversorgung auf der Agenda

Mit dem Umzug nach Berlin im Jahr 1999 rückte der Verband näher an die politischen Entscheidungszentren. In den folgenden Jahren stärkte der BPI seine Rolle als Unternehmerverband, gründete 2007 mit dem Verein »Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen« (AKG) eine Organisation zur freiwilligen Selbstkontrolle der Branche.

Um auch den mittelständischen Pharmaunternehmen eine starke Stimme zu geben, gründete der BPI 2012 mit anderen europäischen Verbänden und pharmazeutischen Unternehmen die »European Confederation of Pharmaceutical Entrepreneurs« (EUCOPE). Auf europäischer Ebene eröffnete 2018 der BPI als erster deutscher Pharmaverband eine eigene Repräsentanz in Brüssel.

Seit 2014 hat der Verband das Thema Engpässe in der Arzneimittelversorgung auf die politische Agenda gesetzt. Das Kernproblem sieht der Verband in den allein auf den Preis fixierten Rabattvertragsausschreibungen der Krankenkassen: Die Erstattungsbeträge der Kassen seien so gering, dass eine Arzneimittelproduktion in Deutschland oder Europa vielfach nicht mehr wirtschaftlich sei. Die Produktion wandere nach Asien, die Abhängigkeit von dortigen Lieferanten und Produzenten wächst. Außerdem nehme die Marktkonzentration zu, was die Risiken von Lieferengpässen zusätzlich vergrößere. 

Bündnis »Gute Gesundheit 2030«

Während der Covid-19-Pandemie stand der BPI vor großen Herausforderungen und unterstützte seine Mitgliedsunternehmen in enger Abstimmung mit der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten bei der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung. Der Verband setzte sich nach eigenen Angaben für den Ausbau von Produktionskapazitäten und stabiler Lieferketten ein, machte die Leistungen der Pharmaindustrie bei der schnellen Entwicklung von Impfstoffen sichtbar und engagierte sich zugleich für verhältnismäßige staatliche Maßnahmen, um die Auswirkungen der Pandemie auf Unternehmen möglichst gering zu halten.

In den darauffolgenden Jahren rückten die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie und die Verletzlichkeit globaler Lieferketten stärker in den politischen Fokus. Mit der 2023 beschlossenen Nationalen Pharmastrategie griff die Bundesregierung zentrale Forderungen des BPI auf, insbesondere zur Stärkung des Forschungs- und Produktionsstandorts Deutschland. Der Verband positionierte sich weiterhin als geschlossene Interessenvertretung und betonte die Relevanz stabiler Rahmenbedingungen für Versorgungssicherheit und Innovation.

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