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AOK-Analyse

Pillen mit hohem Thrombose-Risiko noch zu oft verordnet

Den Großteil der Verordnungen machen Präparate mit Levonorgestrel als gestagener Komponente aus (46 Prozent). Auch Norgestimat und Norethisteron gelten als risikoarm, werden aber jeweils im Promillebereich verordnet. Von den risikoreicheren Pillen werden vor allem solche mit Dienogest verordnet (37 Prozent). Mit Abstand folgen Chlormadinon (11 Prozent), Desogestrel (3 Prozent), Drospirenon (2 Prozent), Normegestrol (1 Prozent) und Gestoden (unter 1 Prozent).

Vergleicht man die Verordnungsteile von 2009 mit 2019, konnte also vor allem Levonorgestrel punkten: von 27 auf 46 Prozent. Während der Drospirenon-Anteil von 22 auf 2 Prozent deutlich sank, stieg dagegen der Anteil von Dienogest: von 19 auf 37 Prozent. Diesen Anstieg hält die AOK für problematisch, da das BfArM vor der Verordnung ausdrücklich gewarnt habe. »Eine Metaanalyse von vier Beobachtungsstudien kam zu dem Ergebnis, dass Kombinationspräparate mit Dienogest und Ethinylestradiol ein 1,6-fach erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien im Vergleich zu risikoärmeren Kombinationspräparaten mit Levonorgestrel aufweisen«, betont die Medizinerin Eymers.

Mädchen und junge Frauen sollten sich unbedingt ausführlich von ihrem Frauenarzt beraten lassen, welches Verhütungsmittel am besten für sie geeignet ist und welche Risiken damit verbunden sind. »Wichtig ist, dass sie auf typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie achten und umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen«, so Eymers. Symptome seien starke Schmerzen oder Schwellungen sowie ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder ein Glänzen der Haut am Bein könnten auf eine Thrombose hindeuten. »Typische Symptome einer Lungenembolie sind plötzlich auftretende Kurzatmigkeit oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz, Herzrasen oder unerklärlicher Husten«, erklärt die Ärztin.

Übrigens: Die »Pille« hat demnächst ihren 60. Geburtstag. Das erste hormonelle Kontrazeptivum kam am 18. August 1960 in den USA auf den Markt. Ein Jahr später bot die Schering AG ein entsprechendes Präparat in der Bundesrepublik Deutschland an.

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