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Pharmastrategie Deutschland 
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Piechotta vermisst Patent-Debatte

Die Coronapandemie habe gezeigt, dass Europas Bedarf an einer unabhängigen Medikamentenversorgung nicht gedeckt sei, moniert Paula Piechotta bei einer Debatte beim Deutschen Krebskongress. Die Grünen-Politikerin wünscht sich eine verlässliche Produktion in Deutschland und eine ehrliche Debatte über Patente.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 23.02.2026  10:30 Uhr

Internationaler Wettbewerb 

»Gesundheitspolitik ist auch Wirtschaftspolitik«, so Penske. Er räumt mit dem Vorurteil auf, Arzneimittel seien der Hauptkostentreiber im System: »Wenn man sich mal anschaut, wie sich die Arzneimittelkosten in den letzten 15 Jahren bewegt haben, sehen wir, dass der Herstelleranteil an den GKV-Ausgaben für Arzneimittel bei zwölf Prozent liegt und das über die ganzen Jahre stabil«, so Penske. Dies liege an Innovationen, Patentabläufen und politischer Regulation.

Penske betont: Man brauche die Attraktivität des deutschen Marktes, abhängig von Nutzen und Preisbildung, um die Abwanderung von Forschung und Produktion zu verhindern. In den vergangenen zehn Jahren seien 100 Arzneien in den USA zugelassen worden, die dies in Europa nicht schafften. »Wir haben jetzt schon eine Innovationslücke gegenüber den USA«, so Penske. Diese verschärfe sich in der Zukunft noch dramatisch. 

Piechotta stellt die Frage in den Raum: »Wie viel Wettbewerb ist das eigentlich noch?« Die Wirtschaft werde sukzessive von Eingriffen durch die Politik überschattet – vor allem von der Geopolitik ausgehend von den USA und China. »Ich hoffe, Sie werden uns in den nächsten Monaten nachsehen, wenn Medikamentenpreise stärker politisch reguliert werden und vielleicht auch die Diskussionen härter werden, als bislang«, prognostiziert Piechotta.

Penske sieht China auch hinsichtlich Wirkstoffdominanz im generischen Markt und biopharmazeutischer Produktion um Längen voraus. Mehr als 70 Prozent der weltweiten Arbeitsplätze in der Produktion seien zwar in Europa, man habe allerdings mit der US-Zollpolitik zu kämpfen. In den USA arbeite man zusätzlich mit Steueranreizen durch ein »primary voucher system«. Man bekomme eine Zulassung für ausgewählte Arzneien dadurch deutlich schneller. Auch das »Most Favored Nation«-Prinzip in der Preisbildung habe die Konsequenz, dass die USA die Preise drückt. 

Die global angespannte Lage führe dazu, dass Gelder, die sonst für Gesundheitsangelegenheiten ausgegeben werden würden, in Verteidigung und Sicherheit fließen, so Piechotta. Zusätzlich gehe es den Volkswirtschaften, die in der Vergangenheit in Medikamente, Forschung, Innovation und Entwicklung investierten, ökonomisch schlecht. 

Westphalen schreibt Europa im globalen Wettbewerb geringe Chancen zu: »Europa hat genau null Zelltherapeutika selbst entwickelt und auf den Markt gebracht. In China gibt es 900 bei den regulatorischen Behörden registrierte und in der klinischen Entwicklung oder in der klinischen Forschung befindliche Zellprodukte«, so Westphalen. Die EU-Projektinvestition für europäische Zelltherapiezentren von fünf Millionen Euro ist laut Westphalen dagegen »kein Wettbewerb, sondern Augenwischerei«. Europa müsse hier in seiner Gesamtheit gedacht werden, um global wettbewerbsfähig zu sein. 

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