| Juliane Brüggen |
| 13.05.2026 15:00 Uhr |
Lebenslanges Lernen gehöre zum Selbstverständnis der Apothekerinnen und Apotheker, betonte Cathrin Burs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen. / © PZ/Brüggen
»Dieses Jubiläum ist ein Anlass, auf unseren Berufsstand zu schauen«, sagte Cathrin Burs, Kammerpräsidentin, und blickte auf die Geschichte der berufsständischen Selbstverwaltung in Niedersachsen zurück. Alles begann mit einer Verordnung Kaiser Wilhelms II. am 2. Februar 1901. Noch im selben Jahr wurde in Hannover die erste Kammerversammlung der Provinz Hannover gewählt. Mittlerweile zählt die Apothekerkammer mehr als 8500 Mitglieder.
»Früh haben wir erkannt: Qualität entsteht nicht von allein, sie braucht Strukturen«, so Burs – dafür hätten Apotheker selbst Verantwortung übernehmen müssen. »Die Apothekerkammer Niedersachsen war dabei häufig Vorreiterin und hat Maßstäbe gesetzt – weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus.« Sie nannte drei Bereiche: Weiterbildung, Qualitätsmanagement und zertifizierte Fortbildung.
Meilensteine waren etwa die Weiterbildungsordnung in den 1990er-Jahren und die Entwicklung einer Mustersatzung für ein Qualitätsmanagementsystem im Jahr 1997 – heute fester Bestandteil des Apothekenalltags.
»Auch in der Fortbildung haben wir Initiative ergriffen und Konzepte erarbeitet«, betonte Burs. Die Kammerversammlung habe vor etwa 25 Jahren ein freiwilliges, zertifiziertes Fortbildungsangebot entwickelt, bei dem Apotheker, PTA und PKA jeweils eine bestimmte Punktezahl innerhalb von drei Jahren sammeln, um ein Zertifikat zu erhalten.
»Pharmazeutische Qualität ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis kontinuierlicher Fortbildung«, betonte Burs – gerade in Zeiten der rasanten technologischen Fortschritte, neuer Therapien und sich verändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen sei dies wichtiger denn je.
Apotheken leisteten einen wichtigen Beitrag im Gesundheitssystem: »Als wohnortnahe Gesundheitszentren sind sie niedrigschwellig erreichbar, fachlich breit aufgestellt und übernehmen klar definierte Aufgaben.« Um das zu erhalten, müsse jedoch dringend die versprochene wirtschaftliche Stärkung mit der Erhöhung des Fixums umgesetzt werden.
»Dieser Tag ist mehr als eine Fortbildungsveranstaltung«, sagte Burs mit Blick auf den Apothekertag. Er zeige, was den Beruf ausmacht: »die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, die Offenheit, neue Perspektiven einzunehmen und der Anspruch, die eigene Arbeit immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern.«