| Daniela Hüttemann |
| 08.05.2026 18:00 Uhr |
Kammerpräsidentin Cathrin Burs (links) begrüßte Staatsekretärin Christine Arbogast zur Feier anlässlich des 125. Jubiläums der Apothekerkammer Niedersachsen. / © PZ/Daniela Hüttemann
Der Blick in die Vergangenheit ermutige dazu, das nächste volle Jahrhundert zuversichtlich anzusteuern, begrüßte Niedersachsens Kammerpräsidentin Cathrin Burs am Freitag Gäste aus der Apotheker- und Ärzteschaft, Politik, Wirtschaft und Krankenkassen in den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Jede Zeit habe ihre Herausforderungen. Mit einem Rückblick, was man in 125 Jahren alles erreicht hat, machte Burs Mut für die Zukunft.
Stetiger Wandel kennt der Apothekenberuf seit seinen Anfängen. Die Apothekerkammern beschrieb Burs als Begleiter und Gestalter ihrer Mitglieder. Zu den Kernaufgaben gehören die Qualifizierung und Weiterentwicklung, auch um die Rolle von Apothekerinnen und Apothekern im Gesundheitssystem und ihr Ansehen in der Gesellschaft zu festigen.
Als Beispiele für Erreichtes und eine Vorreiterrolle Niedersachsens nannte Burs unter anderem die Entwicklung des Fortbildungszertifikats, QMS in der Apotheke und die Einführung von Stationsapothekerinnen und -apothekern. Stolz ist man auch, dass Niedersachsen als erstes Bundesland die Apothekenaufsicht und das Prüfungswesen 2005 der Kammer übertragen hat.
Burs wünschte sich für die Zukunft mehr »anpackenden Optimismus«. Gerade rund um die Gesundheitsreform würden Ängste genährt, statt den Menschen Sorgen zu nehmen, sowohl auf Seiten der Patienten als auch bei den Leistungserbringern. »Wir werden unsere Zukunft nicht geschehen lassen, sondern jede Chance der Mitgestaltung ergreifen«, kündigte Burs an. »Wir bringen uns ein – gefragt oder ungefragt.«
Das griff auch Staatssekretärin Christine Arbogast in ihrem Grußwort auf. Stellvertretend für Gesundheitsminister Andreas Philippi, bei dem die Apotheken »einen Stein im Brett hätten«, überbrachte sie Grußworte und würdigte die starke Berufsvertretung und die Leistungen der Apotheker. Es sei ein Vertrauensberuf. »Sie leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit, oft im Hintergrund, aber unverzichtbar«, so die Staatssekretärin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.
Sie würdigte dabei nicht nur die Leistungen, insbesondere während der Corona-Pandemie, sondern sprach auch die aktuellen Belastungen wie Lieferengpässe, Fachkräftemangel und Kostensteigerungen an. Die derzeitige Diskussion zur Apothekenreform verfolge man mit Sorge.
Arbogast versicherte, man wolle sich auch bundespolitisch für die Apotheken vor Ort einsetzen – gegen eine PTA-Vertretung und für eine Honorarerhöhung. »Die Apothekenvergütung muss schnellstmöglich durch Erhöhung des Packungsfixums angepasst werden.«
Eine Anhebung des Kassenabschlags dagegen würde die Lage weiter verschärfen und drohe die Versorgung gerade in ländlichen Bereichen zu gefährden. Und auch gegen die geplante PTA-Vertretung spricht sich das Ministerium eindeutig aus und fürchtet irreparable Schäden der Strukturen. Die Expertise der Apotheker müsse hier Gehör finden. »Bleiben Sie beharrlich, bleiben Sie sichtbar, bleiben Sie hörbar«, forderte die Staatssekretärin die Apothekerschaft auf. »Wir brauchen Sie!«