| Lukas Brockfeld |
| 25.08.2026 13:10 Uhr |
Eine Gasknappheit könnte zum Problem für die Arzneimittelversorgung werden. »Mangelereignisse können auch die Lieferkette betreffen und dann zu Lieferengpässen führen, wenn eine oder mehrere Komponenten für ein Arzneimittel nicht verfügbar werden. Kritisch würde es, wenn eine tatsächliche Mangellage zu Gasdrosselungen, Produktionsunterbrechungen oder erheblichen Kostensteigerungen entlang der Lieferkette führt«, schreibt der BPI.
Der Verband betont, dass man die pharmazeutische Produktion im Fall eines Engpasses nicht einfach abschalten werde. Für die Industrie sei die Versorgung mit lebensnotwendigen Arzneimitteln und Impfstoffen ein wesentliches Abwägungskriterium. Die Bundesnetzagentur sehe in einer Notfallstufe keine starre Abschaltreihenfolge vor. Entscheidungen würden daher einzelfallbezogen getroffen und die Bedeutung eines Unternehmens für die Versorgung der Allgemeinheit berücksichtigen.
Der BPI fordert die Bundesregierung daher dazu auf, eine Gasmangellage unbedingt abzuwenden. Die Politik müsse einen Produktionsstopp verhindern und Lieferketten absichern. Außerdem brauche es eine belastbare Versorgungsstrategie. »Das heißt: verlässliche und marktgerechte Speicherbefüllung vor der Heizperiode, diversifizierte Bezugsquellen und ausreichend leistungsfähige Import-, LNG-, Transport- und Speicherinfrastruktur, Schutz kritischer Netzinfrastruktur gegen Cyberangriffe, Sabotage und physische Schäden, transparente, regelmäßig veröffentlichte Lagebewertungen«, so der Verband.