Das Plus der topischen Steroide: »Neben der symptomatischen Hilfe dämmen sie auch das entzündliche Geschehen ein, und die Konzentration von Entzündungsmediatoren wird nachhaltig verringert. Das trägt dem entzündlichen Charakter der Allergie Rechnung«, so der Allergologe.
»Die Betroffenen klagen zwar primär über eine verstopfte oder laufende Nase oder tränende Augen, aber oft sind sie auch chronisch erschöpft und schlafen schlecht. Dann muss die Entzündung ausreichend heruntergefahren werden. Schlaf von nicht erholsamer Qualität hat langfristig Auswirkungen; die Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist unter nicht adäquat behandelten Allergikern erhöht. Ist die Nasenatmung blockiert, sinkt die nächtliche Sauerstoffsättigung und das Herz muss mehr Leistung erbringen.«
Während die längerfristige Einnahme oder Applikation eines Antihistaminikums laut Zuberbier nicht kritisch zu sehen ist, ist es sie »beim nasalen Steroid insofern, als dass es die Nase austrocknen und Nasenbluten hervorrufen kann«. Für ihn gehört deshalb als Anwendungshinweis bei der Abgabe dazu, den Sprühstoß Richtung Augenwinkel und nicht Richtung Nasenscheidewand zu applizieren. Dadurch ließen sich Septumschäden und Nasenbluten deutlich verringern. »Auch ein guter Tipp, der wenig weitergegeben wird, ist die vorherige Nasenspülung etwa mit Salzlösungen. Das spült die Pollen weg und befeuchtet die Schleimhaut.«
Was ist vom vorsorglichen Sprühen des Steroids vor der Pollensaison zu halten? »Der Patient ist gut beraten, wenn er bereits einige Zeit vor dem zu erwartenden Pollenflug beginnt, sein (Kombi-)Nasenspray zu sprühen. Dann kommt er erst gar nicht in die Phase der Inflammation hinein. Durch die synergistische Wirkung von Steroid und Antihistaminikum bekommt man im Übrigen auch die Augensymptomatik besser unter Kontrolle«, berichtet der Experte von seinen Erfahrungen.
Gemäß aktueller Leitlinienempfehlungen kann die topische Therapie von Antihistaminika am Auge die Behandlungsmaßnahmen ergänzen. Seit etwa einem Jahr stehen in Deutschland Olopatadin-haltige Augentropfen (wie Optilegra®) für die Selbstmedikation zur Verfügung. Zuberbier stellte eine Studie vor, nach der Olopatadin im direkten Vergleich mit Azelastin bei okkulärer Anwendung schneller und effektiver wirkte.