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Nachrichten

Datum 20.11.2000  00:00 Uhr
Doc Morris ohne Apotheek van Wersch
21.11. ABDA. Der niederländische Arzneimittelversender DocMorris wird in Zukunft auf die irreführende Behauptung verzichten müssen, 0800DocMorris.com sei ein Internetdienst der Apotheek van Wersch. So wertete der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hermann S. Keller, eine Abschlusserklärung der niederländischen Apotheek van Wersch. Gemeinsam mit der DocMorris N.V. i. Gr. hatte die Apotheke in den letzten Monaten für Aufsehen gesorgt, weil sie einen rechtswidrigen Internethandel mit Medikamenten aus den Niederlanden nach Deutschland aufgebaut hat. Dies hatte das Landgericht Frankfurt in der vorigen Woche mit einer Einstweiligen Verfügung untersagt. Dem Deutschen Apothekerverband als Kläger liegt nunmehr eine Erklärung der Apotheek van Wersch vor, in der sie auf eine Berufung verzichtet und sich gleichzeitig verpflichtet, jeden gewerbsmäßigen Internethandel mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln gegenüber Endverbrauchern in Deutschland zu unterlassen. Dies schafft für den Verbraucher nun eine völlig andere Ausgangslage. Nachdem der Betrieb des Internetversenders ohnehin schon rechtswidrig war, hat der potentielle Kunde nun nicht einmal mehr die Gewissheit, von der Apotheek van Wersch als zugelassener Apotheke beliefert zu werden. Damit ist DocMorris von anderen Versandhändlern nicht mehr zu unterscheiden. Weiterhin kann also das Unternehmen auch für die Krankenkassen kein akzeptabler Lieferant für die Versorgung ihrer Versicherten mit Arzneimitteln sein.

Roboter checkt Krebs-Proteine
21.11. dpa. Mit Hilfe einer neuen Robotertechnologie können Wissenschaftler der Universitätsklinik Magdeburg die Proteinzusammensetzung von Krebszellen erstmals genau untersuchen, sagte Walter Schubert vom Institut für Medizinische Neurobiologie der Hochschule. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse über Struktur und Verhalten der Krebszellen könne deren Metastasierung durch die Entwicklung gezielt wirkender Medikamente blockiert werden. Das spezifische Proteinmuster jeder Krankheit gibt wichtige Aufschlüsse darüber, wo die besten Angriffspunkte für Medikamente liegen. Die Entwicklung solcher spezifischen Arzneistoffe sei in acht bis zwölf Jahren möglich. Das als Multiepitop-Ligand-Kartierungs-Verfahren (MELK) bezeichnete Verfahren und seine Weiterentwicklung wird vom Bundesforschungsministerium unterstützt; für die "zukunftsweisende" Technologie werden 4,6 Millionen Mark bereitgestellt.

Eye-Care-Gutscheine für Bildschirmarbeit
21.11. dpa. Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern, wenn sie überwiegend am Bildschirm arbeiten, einen kostenlosen Augentest anbieten. Betroffene Arbeitnehmer hätten einen Rechtsanspruch auf eine entsprechende Untersuchung, teilte der Berufsverband der Augenärzte heute in Düsseldorf mit. Die Arbeitnehmer können nach Angaben des Verbandes bei ihrem Arbeitgeber "Eye-Care-Gutscheine" anfordern, die zu einer augenärztlichen Untersuchung berechtigen. Wenn die Bildschirmarbeit bereits zu geröteten, brennenden oder flimmernden Augen geführt hat, kann der Augenarzt eine spezielle Brille für die Arbeit am Computer verordnen. Diese werde ebenfalls vom Arbeitgeber in Form eines Gutscheins erstattet, so der Berufsverband der Augenärzte. Bundesweit akzeptierten rund 5 000 Augenärzte den "Eye-Care-Gutschein".

Gehe will Internet-Portal für Apotheker schaffen
20.11. dpa. Die Gehe AG will dem Endverbraucher künftig alle deutschen Apotheken unter einer gemeinsamen Adresse im Internet präsentieren. Deshalb bietet die Tochtergesellschaft Gehe Pharma Handel den 21 590 Apotheken an, sich im Internet-Portal apotheke.com mit einer so genannten Web-Visitenkarte eintragen zu lassen. Auch die ABDA hat auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag beschlossen, ein gemeinsames Portal für die Apotheker zu schaffen. Wie Gehe heute erklärte, soll diese Aktion auch der Arzneimittelsicherheit und dem Verbraucherschutz dienen. Der Pharmagroßhändler spricht sich gegen den Versandhandel mit Arzneien im Internet aus. Die Web-Visitenkarte soll nicht nur die Adresse der nächsten Apotheke enthalten, sondern auch Angaben über Spezialisierungen und besondere Leistungen, etwa Reisegesundheitsberatung oder Diabetesprogramme, enthalten. Das Ziel sei die Schaffung eines qualifizierten Informationspools. Der Pharmagroßhändler hofft, auf diese Weise bis zur Jahreswende bereits 5000 Apotheken ins Internet stellen zu können. "So etwas hat es in dieser Dimension im deutschen Pharmamarkt und besonders auf dem Apothekensektor noch nicht gegeben. Wir wollen versuchen, ein Zeichen gegen den Versandhandel mit Arzneimitteln zu setzen und wollen gleichzeitig dokumentieren, dass sich die Apotheken dem Internet-Zeitalter nicht verschließen", sagte Jürgen Ossenberg von GEHE Pharma Handel zu der für die Apotheken kostenlosen Aktion.

Spirale schützt vor Tamoxifen-Nebenwirkungen
20.11. dpa. Mit einer speziellen Spirale können gefährliche Nebenwirkungen des Aromatasehemmers Tamoxifen möglicherweise verhindert werden. Tamoxifen ist das zur Zeit gängigste Mittel zur unterstützenden Brustkrebstherapie. Es ruft jedoch häufig Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut hervor. Forscher der Universität Leicester setzten nun ehemaligen Krebspatientinnen nach der Menopause eine Spirale ein, die täglich eine bestimmte Menge Levonorgestrel abgibt. Der Effekt: Die Schleimhaut wurde dadurch geschützt, berichtet das britische Fachjournal Lancet in seiner neuesten Ausgabe. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 122 Frauen, die nach einer Brustkrebsbehandlung mindestens ein Jahr lang Tamoxifen eingenommen hatten. Eine Hälfte dieser Frauen ging über zwölf Monate nur regelmäßig zur Nachkontrolle, die andere Hälfte bekam zusätzlich das Hormonsystem eingesetzt, das bei jüngeren Frauen zur Empfängisverhütung dient. Das Ergebnis: Keine der Frauen aus der Spiralen-Gruppe bildete in dieser Zeit neue polypenartige Auswüchse an der Gebärmutterschleimhaut und die Zahl der Fasergeschwulste war bei ihnen um 13 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe. Rückschlüsse auf eine möglicherweise krebsverhindernde Wirkung der Spirale sind jedoch erst möglich, wenn weitere Studien durchgeführt worden sind.

Hit hard and early in der Rheumatherapie
20.11. PZ. Bis vor kurzem konnten Rheumatologen Patienten ihre chronischen Beschwerden durch rheuamtoide Arthritis nur so erträglich wie möglich machen. Heute ist es nicht mehr utopisch, die Aktivität von Gelenkentzündungen zu bremsen oder gar zu stoppen. Ein aus der Aids-Therapie entlehntes Behandlungsprinzip avanciert zur neuen Behandlungsmaxime. Fachleute handeln heute nach der Devise "Hit hard and early". Möglichst früh einer Rheuma-Karriere sollten lang wirksame Arzneimittel, also Basistherapeutika wie das Immunsuppressivum Methotrexat, Sulfasalazin oder Hydroxychloroquin zum therapeutischen Arsenal gehören. Sprechen Patienten auf Methotrexat nicht an, gibt es seit rund einem Jahr eine Alternative: Sie profitieren von einer Kombination mit dem immunmodulierendem Basistherapeutikum Leflunomid. Tatsache ist, dass die bisher verfolgte Stufentherapie, die mit symptomatisch wirkenden nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Krankengymnastik beginnt, heute nicht mehr Stand der Wissenschaft ist. Pluspunkt der Basistherapeutika: Sie kaschieren nicht nur symptomatisch das Krankheitsgeschehen, sondern greifen direkt dort ein. Im Beratungsgespräch darauf hinweisen, dass mit der Wirkung erst nach einigen Wochen zu rechnen ist. Mit dem Einsatz der lang wirksamen Basistherapeutika versucht man, die Progression dauerhaft zu entschärfen und die Zeiträume, in denen symptomorientierte Arzneimittel wie Glucocorticoide oder NSAR nötig sind, zu verkürzen. Das Umdenken in der Rheumatologie hat vor allem einen Grund: die unglaubliche Aggressivität der rheumatoiden Arthritis. Kernspintomographische Untersuchungen belegen nämlich, dass destruktive Prozesse an den Gelenken, die man früher fatalerweise als Spätfolge interpretierte, schon nach einer Krankheitsdauer von drei Monaten nachweisbar sind.

Petibelle und Yasmin: zwei Pillen - ein Wirkstoff
20.11. dpa/PZ. Seit dieser Woche sind die Kontrazeptiva "Petibelle®" (Jenapharm) und  "Yasmin®" (Schering AG) deutschlandweit auf dem Markt. Ihr gemeinsamer Wirkstoff ist Drospirenon, der nach Unternehmensangaben der Wassereinlagerung im Gewebe entgegenwirken und Frauen zu einem stabileren Gewicht verhelfen soll.  Bei bisherigen Kontrazeptiva legten viele Frauen dauerhaft ein bis zwei Kilo zu und seien darüber unzufrieden, sagte Professor Thomas Rabe vom Universitätsklinikum Heidelberg, der das Präparat Yasmin für die Schering Deutschland GmbH mitentwickelt und getestet hat. Unter Yasmin könne das Gewicht stabil bleiben und müsse durch die Pilleneinnahme nicht nach oben gehen. Die neue Pille führe jedoch nicht zur Fettreduktion und verbrenne auch keine Kalorien. Als Schlankheitsmittel komme sie daher nicht in Betracht, warnte der Experte vor allzu hohen Erwartungen. Verantwortlich für die positive Wirkung auf die Figur ist das synthetische Gestagen  Drospirenon, das der Einlagerung von Wasser im Gewebe im Gegensatz zu anderen Anti-Baby-Pillen entgegenwirke. Die neue Substanz soll auch Menstruationsbeschwerden wie Brustspannen oder Völlegefühl senken, heißt es weiter.

Ärzte ohne Grenzen für gelockerte Arzneipatente
20.11. dpa. Patente auf lebenswichtige Medikamente sollten nach Ansicht der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" für die Verwendung in Ländern der Dritten Welt gelockert werden. "Arzneimittel-Spenden der Pharmaindustrie allein können den Notstand in den betroffenen Ländern nicht beheben", sagte Tido von Schön- Angerer, Arzt und Leiter der Station von Ärzte ohne Grenzen in Bangkok, am Donnerstag auf einer internationalen Konferenz in Berlin. Unterstützt wurde die Forderung durch Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Durch eine Lockerung der Patentbestimmungen könnten Arzneien langfristig billiger angeboten werden. Die Entwicklungsländer sollten das Recht erhalten, Medikamente für den eigenen Bedarf im Land zu produzieren oder sie preiswert einzuführen. Die von der Pharmaindustrie investierten Forschungs- und Entwicklungskosten sollen nach den Worten Fischers beim Verkauf in den Industrieländern und nicht in der Dritten Welt wieder eingenommen werden. "Auch Pharmakonzerne haben eine soziale Verpflichtung", sagte Fischer. Derzeit ist die Herstellung von patentgeschützten Arzneimitteln auf Grund des international geltenden Patentrechts in Dritte-Welt- Ländern nur unter bestimmten Auflagen möglich, etwa wenn - wie bei Epidemien - in einem Land der medizinische Notstand herrscht.

Orientbeule: Sandfliegenspeichel als Impfstoff?
20.11. dpa. US-Forscher haben ein Mittel zur Vorbeugung gegen eine schwer entstellende Infektionskrankheit gefunden, die kutane Leishmaniase, auch Orientbeule genannt. Unter ihr leiden Millionen von Menschen weltweit, die meisten in armen und medizinisch schlecht versorgten Entwicklungsländern. Leishmaniasen werden von einem Parasiten verursacht, den Sandfliegen (Phlebotomus papatasi) mit ihrem Stich übertragen. Mit eben diesen Fliegen, jedoch nur den nicht infizierten, wollen die US-Forscher jetzt dem schlimmen Leiden ein Ende bereiten. Shaden Kamhawl von den Staatlichen Gesundheitsforschungsinstituten der USA in Bethesda bei Washington und Kollegen berichten in "Science" (Bd. 290, Nr. 5495, S. 1351), dass der Stich nicht infizierter Sandfliegen im Tierversuch vor der späteren Ansteckung durch ein infiziertes Insekt schützte. Sie gehen davon aus, dass eine oder mehrere Substanzen in dem Speichel der Sandfliege präventiv wirken, und wollen deshalb einen Impfstoff aus dem Fliegenspeichel entwickeln. Laut "Science" rief der Stich der nicht infizierten Insekten bei Mäusen eine starke Abwehrreaktion mit Langzeitwirkung gegen den Leishmania-Parasiten hervor. Die Entdeckung könnte nach Ansicht der US-Forscher möglicherweise auch für andere, von Insekten übertragene Krankheiten (wie Malaria) Bedeutung haben.

Bundesweite Aktionen zum 1. Deutschen Lebertag
16.11. PZ. Zum 1. Deutschen Lebertag an diesem Samstag (18.11.) wird in mehr als 50 deutschen Städten auf die Gefahr einer Hepatitis hingewiesen und zu Impfungen aufgerufen. Hepatitis, als eine der weltweit häufigsten Infektionserkrankungen und 100-mal ansteckender als Aids, bleibt weiter auf dem Vormarsch. „Wegen der relativ hohen Ausheilungsrate werden die Folgen der Hepatitis B anscheinend nicht ernst genug genommen", sagte Professor Dr. Jürgen F. Riemann, Direktor der Medizinischen Klinik, Ludwigshafen, auf einer Pressekonferenz zum Lebertag. Wenn nicht rechtzeitig therapiert wird, sind nicht nur die Lebenserwartung und -qualität erheblich eingeschränkt. Nicht selten mündet eine chronische Leberentzündung in eine Leberzirrhose und in ein hepatozelluläres Karzinom. Einer WHO-Schätzung zufolge lassen sich fast 30 Prozent aller in Europa auftretenden Leberzellkarzonime auf die HBV zurückführen. Eine Schutzimpfung steht zwar seit rund 20 Jahren zur Verfügung, doch nimmt die Zahl der HBN-Neuerkrankungen in Deutschland dennoch zu. Bis 1996 sollten sich nur Risikogruppen impfen, heute laut STIKO-Empfehlung auch Kinder und Jugendliche. Wesentlicher Grund für die Zunahme an HBV ist die Reisefreudigkeit der Deutschen in immer entferntere Länder und die steigende Zahl ausländischer Mitbürger.

Tinnitus-Liga mit Ohrgeräuschen im Internet
16.11. dpa. Mit Ohrensausen im Internet klärt die Deutsche Tinnitus-Liga künftig Patienten über Hörsturz und Ohrgeräusche auf. Auf der neuen Seite der Selbsthilfeorganisation können Surfer das bei Tinnitus typische Sausen und Klingeln anhören. Betroffene könnten zusätzlich anhand eines Fragebogens den Grad ihrer Tinnitus-Belastung messen oder sich online einer Selbsthilfegruppe anschließen, teilte der Verband mit. Die Geräusche sind unter der Adresse www.tinnitus-liga.de abrufbar.

Post-BKK erstattet weiterhin Internetarzneien
16.11. PZ. Heftiger Kritik sieht sich derzeit die BKK der Post ausgesetzt. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart will nach eigenen Angaben auch weiterhin bei Online-Apotheken eingereichte Rezepte erstatten. Nach PZ-Informationen wolle man sich allerdings dabei im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten bewegen. Eine vom Deutschen Apothekerverband (DAV), Eschborn, eingeforderte Unterlassungserklärung hat der Vorstand der Betriebskrankenkasse bislang nicht abgegeben. Unterdessen hat Wolfgang Schmeinck, der Vorsitzende des BKK-Bundesverbandes, am Rande eines Kongresses seinem Unmut über das Vorgehen der BKK der Post Luft verschafft. Dieses Handeln stehe im Gegensatz zu der Auffassung des BKK-Bundesverbandes. Brisant ist die Position der BKK der Post insbesondere vor dem Hintergrund der Einstweiligen Verfügung gegen die Internet-Apotheke 0800DocMorris, die vom DAV und der Bayer Vital GmbH vor dem Landgericht Frankfurt erwirkt wurde. Dem niederländischen Unternehmen wurde der Versand und Verkauf von Arzneimitteln via Internet untersagt.

Gentests weniger zugängig für Versicherungen
15.11. dpa. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will den Zugang von Versicherungen zu Gentests gesetzlich beschränken. "Niemand darf dazu gezwungen werden, einen Gentest zu machen oder ein Gentest-Ergebnis zu offenbaren, weder durch den Arbeitgeber noch durch eine Versicherung", sagte Bulmahn der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). Jeder Mensch habe ein Recht auf volle Kontrolle über seine Erbgut-Informationen. Deshalb müsse im Versicherungsvertragsgesetz unmissverständlich stehen, dass nur bekannte Krankheiten offenbart werden müssten, nicht aber Gentests mit Daten über Krankheitsrisiken. Der Bundesrat hatte am vergangenen Freitag ein weitgehendes Nutzungsverbot von Gentests durch Versicherungen gefordert. Gentests dürften nicht zur Voraussetzung für den Abschluss einer Police gemacht werden. In einer Entschließung hatte die Länderkammer in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Auch müsse den Versicherungen untersagt werden, nach früheren Gentests und deren Ergebnissen zu fragen.

Blutspenden nach England-Aufenthalt umstritten
15.11. dpa. Wer sich in den vergangenen Jahren länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten hat, sollte nach Ansicht zweier wichtiger Gesundheitsbehörden des Bundes sicherheitshalber kein Blut mehr spenden. Damit soll das Risiko einer Übertragung der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ausgeschlossen werden. Eine entsprechende Stellungnahme habe der Arbeitskreis Blut am 13. November beschlossen, teilten das Paul- Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt und das Berliner Robert- Koch-Institut am Dienstag mit. Die Krankheit wird wahrscheinlich durch den Verzehr von BSE-infizierten Rinderprodukten ausgelöst.

Sind Beta-Zellen medikamentös regenerierbar?
15.11. PZ. Präklinische Untersuchungen zeigen, dass Rosiglitazon die Beta-Zellen des Pankreas regenerieren kann. Um zu klären, ob sich dadurch auch Typ-2-Diabetes verhindern lässt, wurde nun eine Studie, die DREAM-Studie (Diabetes Reduction Approaches with Ramipril and Rosiglitazone Medications) ins Leben gerufen. Mehr als  4000 Teilnehmer werden an dieser Studie teilnehmen. Die Beobachtung läuft über fünfeinhalb Jahre. Wie SmithKline Beecham Pharma in einer Pressemitteilung weiter  mitteilt, sollen die Teilnehmer randomisiert entweder Rosiglitazon oder den ACE-Hemmer Ramipril oder Placebo erhalten. Alle Probanden haben ein genetisch oder ethnisch bedingtes erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Während der Studie werden sie alle sechs Monate auf Zeichen einer Glukoseintoleranz oder eines bestehenden Typ-2-Diabetes untersucht werden. Ramipril wurde gewählt, weil es in der HOPE-Studie, deren Ziel die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen war, eine Senkung der Typ-2-Diabetes-Häufigkeit um 34 Prozent aufwies, ein unerwarteter Nebenbefund. Die Ergebnisse bezüglich einer Prävention von Diabetes müssen jedoch noch geklärt werden. Als wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes wird heute die Insulinresistenz angesehen. Erst in späteren Stadien der Erkrankung versagen die Beta-Zellen des Pankreas. Rosiglitazon vermindert nicht nur direkt die Insulinresistenz, präklinische Studien legen auch nahe, dass sich die Beta-Zellen regenerieren. Dies betrifft ihre Zahl und Funktion. Ob dies auch klinische Relevanz hat, soll die DREAM-Studie klären.

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