Nachrichten |
| 20.11.2000 00:00 Uhr |
Roboter checkt Krebs-Proteine
21.11. dpa. Mit Hilfe einer neuen
Robotertechnologie können Wissenschaftler der Universitätsklinik Magdeburg die
Proteinzusammensetzung von Krebszellen erstmals genau untersuchen, sagte Walter Schubert
vom Institut für Medizinische Neurobiologie der Hochschule. Auf Basis der so gewonnenen
Erkenntnisse über Struktur und Verhalten der Krebszellen könne deren Metastasierung
durch die Entwicklung gezielt wirkender Medikamente blockiert werden. Das spezifische
Proteinmuster jeder Krankheit gibt wichtige Aufschlüsse darüber, wo die besten
Angriffspunkte für Medikamente liegen. Die Entwicklung solcher spezifischen Arzneistoffe
sei in acht bis zwölf Jahren möglich. Das als Multiepitop-Ligand-Kartierungs-Verfahren
(MELK) bezeichnete Verfahren und seine Weiterentwicklung wird vom
Bundesforschungsministerium unterstützt; für die "zukunftsweisende"
Technologie werden 4,6 Millionen Mark bereitgestellt.
Eye-Care-Gutscheine für
Bildschirmarbeit
21.11. dpa. Unternehmen müssen ihren
Mitarbeitern, wenn sie überwiegend am Bildschirm arbeiten, einen kostenlosen Augentest
anbieten. Betroffene Arbeitnehmer hätten einen Rechtsanspruch auf eine entsprechende
Untersuchung, teilte der Berufsverband der Augenärzte heute in Düsseldorf mit. Die
Arbeitnehmer können nach Angaben des Verbandes bei ihrem Arbeitgeber
"Eye-Care-Gutscheine" anfordern, die zu einer augenärztlichen Untersuchung
berechtigen. Wenn die Bildschirmarbeit bereits zu geröteten, brennenden oder flimmernden
Augen geführt hat, kann der Augenarzt eine spezielle Brille für die Arbeit am Computer
verordnen. Diese werde ebenfalls vom Arbeitgeber in Form eines Gutscheins erstattet, so
der Berufsverband der Augenärzte. Bundesweit akzeptierten rund 5 000 Augenärzte den
"Eye-Care-Gutschein".
Gehe will Internet-Portal für
Apotheker schaffen
20.11. dpa. Die Gehe AG will dem
Endverbraucher künftig alle deutschen Apotheken unter einer gemeinsamen Adresse im
Internet präsentieren. Deshalb bietet die Tochtergesellschaft Gehe Pharma Handel den 21
590 Apotheken an, sich im Internet-Portal apotheke.com
mit einer so genannten Web-Visitenkarte eintragen zu lassen. Auch die ABDA hat auf dem
diesjährigen Deutschen Apothekertag beschlossen, ein gemeinsames Portal für die
Apotheker zu schaffen. Wie Gehe heute erklärte, soll diese Aktion auch der
Arzneimittelsicherheit und dem Verbraucherschutz dienen. Der Pharmagroßhändler spricht
sich gegen den Versandhandel mit Arzneien im Internet aus. Die Web-Visitenkarte soll nicht
nur die Adresse der nächsten Apotheke enthalten, sondern auch Angaben über
Spezialisierungen und besondere Leistungen, etwa Reisegesundheitsberatung oder
Diabetesprogramme, enthalten. Das Ziel sei die Schaffung eines qualifizierten
Informationspools. Der Pharmagroßhändler hofft, auf diese Weise bis zur Jahreswende
bereits 5000 Apotheken ins Internet stellen zu können. "So etwas hat es in dieser
Dimension im deutschen Pharmamarkt und besonders auf dem Apothekensektor noch nicht
gegeben. Wir wollen versuchen, ein Zeichen gegen den Versandhandel mit Arzneimitteln zu
setzen und wollen gleichzeitig dokumentieren, dass sich die Apotheken dem
Internet-Zeitalter nicht verschließen", sagte Jürgen Ossenberg von GEHE Pharma
Handel zu der für die Apotheken kostenlosen Aktion.
Spirale schützt vor
Tamoxifen-Nebenwirkungen
20.11. dpa. Mit einer speziellen Spirale
können gefährliche Nebenwirkungen des Aromatasehemmers Tamoxifen möglicherweise
verhindert werden. Tamoxifen ist das zur Zeit gängigste Mittel zur unterstützenden
Brustkrebstherapie. Es ruft jedoch häufig Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
hervor. Forscher der Universität Leicester setzten nun ehemaligen Krebspatientinnen nach
der Menopause eine Spirale ein, die täglich eine bestimmte Menge Levonorgestrel abgibt.
Der Effekt: Die Schleimhaut wurde dadurch geschützt, berichtet das britische Fachjournal
Lancet in seiner neuesten Ausgabe. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 122 Frauen,
die nach einer Brustkrebsbehandlung mindestens ein Jahr lang Tamoxifen eingenommen hatten.
Eine Hälfte dieser Frauen ging über zwölf Monate nur regelmäßig zur Nachkontrolle,
die andere Hälfte bekam zusätzlich das Hormonsystem eingesetzt, das bei jüngeren Frauen
zur Empfängisverhütung dient. Das Ergebnis: Keine der Frauen aus der Spiralen-Gruppe
bildete in dieser Zeit neue polypenartige Auswüchse an der Gebärmutterschleimhaut und
die Zahl der Fasergeschwulste war bei ihnen um 13 Prozent geringer als in der
Kontrollgruppe. Rückschlüsse auf eine möglicherweise krebsverhindernde Wirkung der
Spirale sind jedoch erst möglich, wenn weitere Studien durchgeführt worden sind.
Hit hard and early in der
Rheumatherapie
20.11. PZ. Bis vor kurzem konnten
Rheumatologen Patienten ihre chronischen Beschwerden durch rheuamtoide Arthritis nur so
erträglich wie möglich machen. Heute ist es nicht mehr utopisch, die Aktivität von
Gelenkentzündungen zu bremsen oder gar zu stoppen. Ein aus der Aids-Therapie entlehntes
Behandlungsprinzip avanciert zur neuen Behandlungsmaxime. Fachleute handeln heute nach der
Devise "Hit hard and early". Möglichst früh einer Rheuma-Karriere sollten lang
wirksame Arzneimittel, also Basistherapeutika wie das Immunsuppressivum Methotrexat,
Sulfasalazin oder Hydroxychloroquin zum therapeutischen Arsenal gehören. Sprechen
Patienten auf Methotrexat nicht an, gibt es seit rund einem Jahr eine Alternative: Sie
profitieren von einer Kombination mit dem immunmodulierendem Basistherapeutikum
Leflunomid. Tatsache ist, dass die bisher verfolgte Stufentherapie, die mit symptomatisch
wirkenden nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Krankengymnastik beginnt, heute nicht
mehr Stand der Wissenschaft ist. Pluspunkt der Basistherapeutika: Sie kaschieren nicht nur
symptomatisch das Krankheitsgeschehen, sondern greifen direkt dort ein. Im
Beratungsgespräch darauf hinweisen, dass mit der Wirkung erst nach einigen Wochen zu
rechnen ist. Mit dem Einsatz der lang wirksamen Basistherapeutika versucht man, die
Progression dauerhaft zu entschärfen und die Zeiträume, in denen symptomorientierte
Arzneimittel wie Glucocorticoide oder NSAR nötig sind, zu verkürzen. Das Umdenken in der
Rheumatologie hat vor allem einen Grund: die unglaubliche Aggressivität der rheumatoiden
Arthritis. Kernspintomographische Untersuchungen belegen nämlich, dass destruktive
Prozesse an den Gelenken, die man früher fatalerweise als Spätfolge interpretierte,
schon nach einer Krankheitsdauer von drei Monaten nachweisbar sind.
Petibelle und Yasmin: zwei Pillen -
ein Wirkstoff
20.11. dpa/PZ. Seit dieser Woche sind
die Kontrazeptiva "Petibelle®" (Jenapharm) und "Yasmin®"
(Schering AG) deutschlandweit auf dem Markt. Ihr gemeinsamer Wirkstoff ist Drospirenon,
der nach Unternehmensangaben der Wassereinlagerung im Gewebe entgegenwirken und Frauen zu
einem stabileren Gewicht verhelfen soll. Bei bisherigen Kontrazeptiva legten viele
Frauen dauerhaft ein bis zwei Kilo zu und seien darüber unzufrieden, sagte Professor
Thomas Rabe vom Universitätsklinikum Heidelberg, der das Präparat Yasmin für die
Schering Deutschland GmbH mitentwickelt und getestet hat. Unter Yasmin könne das Gewicht
stabil bleiben und müsse durch die Pilleneinnahme nicht nach oben gehen. Die neue Pille
führe jedoch nicht zur Fettreduktion und verbrenne auch keine Kalorien. Als
Schlankheitsmittel komme sie daher nicht in Betracht, warnte der Experte vor allzu hohen
Erwartungen. Verantwortlich für die positive Wirkung auf die Figur ist das synthetische
Gestagen Drospirenon, das der Einlagerung von Wasser im Gewebe im Gegensatz zu
anderen Anti-Baby-Pillen entgegenwirke. Die neue Substanz soll auch
Menstruationsbeschwerden wie Brustspannen oder Völlegefühl senken, heißt es weiter.
Ärzte ohne Grenzen für gelockerte
Arzneipatente
20.11. dpa. Patente auf lebenswichtige
Medikamente sollten nach Ansicht der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen"
für die Verwendung in Ländern der Dritten Welt gelockert werden.
"Arzneimittel-Spenden der Pharmaindustrie allein können den Notstand in den
betroffenen Ländern nicht beheben", sagte Tido von Schön- Angerer, Arzt und Leiter
der Station von Ärzte ohne Grenzen in Bangkok, am Donnerstag auf einer internationalen
Konferenz in Berlin. Unterstützt wurde die Forderung durch Bundesgesundheitsministerin
Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Durch eine Lockerung der Patentbestimmungen
könnten Arzneien langfristig billiger angeboten werden. Die Entwicklungsländer sollten
das Recht erhalten, Medikamente für den eigenen Bedarf im Land zu produzieren oder sie
preiswert einzuführen. Die von der Pharmaindustrie investierten Forschungs- und
Entwicklungskosten sollen nach den Worten Fischers beim Verkauf in den Industrieländern
und nicht in der Dritten Welt wieder eingenommen werden. "Auch Pharmakonzerne haben
eine soziale Verpflichtung", sagte Fischer. Derzeit ist die Herstellung von
patentgeschützten Arzneimitteln auf Grund des international geltenden Patentrechts in
Dritte-Welt- Ländern nur unter bestimmten Auflagen möglich, etwa wenn - wie bei
Epidemien - in einem Land der medizinische Notstand herrscht.
Orientbeule: Sandfliegenspeichel als
Impfstoff?
20.11. dpa. US-Forscher haben ein Mittel
zur Vorbeugung gegen eine schwer entstellende Infektionskrankheit gefunden, die kutane
Leishmaniase, auch Orientbeule genannt. Unter ihr leiden Millionen von Menschen weltweit,
die meisten in armen und medizinisch schlecht versorgten Entwicklungsländern.
Leishmaniasen werden von einem Parasiten verursacht, den Sandfliegen (Phlebotomus
papatasi) mit ihrem Stich übertragen. Mit eben diesen Fliegen, jedoch nur den nicht
infizierten, wollen die US-Forscher jetzt dem schlimmen Leiden ein Ende bereiten. Shaden
Kamhawl von den Staatlichen Gesundheitsforschungsinstituten der USA in Bethesda bei
Washington und Kollegen berichten in "Science" (Bd. 290, Nr. 5495, S. 1351),
dass der Stich nicht infizierter Sandfliegen im Tierversuch vor der späteren Ansteckung
durch ein infiziertes Insekt schützte. Sie gehen davon aus, dass eine oder mehrere
Substanzen in dem Speichel der Sandfliege präventiv wirken, und wollen deshalb einen
Impfstoff aus dem Fliegenspeichel entwickeln. Laut "Science" rief der Stich der
nicht infizierten Insekten bei Mäusen eine starke Abwehrreaktion mit Langzeitwirkung
gegen den Leishmania-Parasiten hervor. Die Entdeckung könnte nach Ansicht der US-Forscher
möglicherweise auch für andere, von Insekten übertragene Krankheiten (wie Malaria)
Bedeutung haben.
Bundesweite Aktionen zum 1.
Deutschen Lebertag
16.11. PZ. Zum 1. Deutschen Lebertag an
diesem Samstag (18.11.) wird in mehr als 50 deutschen Städten auf die Gefahr einer
Hepatitis hingewiesen und zu Impfungen aufgerufen. Hepatitis, als eine der weltweit
häufigsten Infektionserkrankungen und 100-mal ansteckender als Aids, bleibt weiter auf
dem Vormarsch. Wegen der relativ hohen Ausheilungsrate werden die Folgen der
Hepatitis B anscheinend nicht ernst genug genommen", sagte Professor Dr. Jürgen F.
Riemann, Direktor der Medizinischen Klinik, Ludwigshafen, auf einer Pressekonferenz zum
Lebertag. Wenn nicht rechtzeitig therapiert wird, sind nicht nur die Lebenserwartung und
-qualität erheblich eingeschränkt. Nicht selten mündet eine chronische Leberentzündung
in eine Leberzirrhose und in ein hepatozelluläres Karzinom. Einer WHO-Schätzung zufolge
lassen sich fast 30 Prozent aller in Europa auftretenden Leberzellkarzonime auf die HBV
zurückführen. Eine Schutzimpfung steht zwar seit rund 20 Jahren zur Verfügung, doch
nimmt die Zahl der HBN-Neuerkrankungen in Deutschland dennoch zu. Bis 1996 sollten sich
nur Risikogruppen impfen, heute laut STIKO-Empfehlung auch Kinder und Jugendliche.
Wesentlicher Grund für die Zunahme an HBV ist die Reisefreudigkeit der Deutschen in immer
entferntere Länder und die steigende Zahl ausländischer Mitbürger.
Tinnitus-Liga mit Ohrgeräuschen im
Internet
16.11. dpa. Mit Ohrensausen im Internet klärt die
Deutsche Tinnitus-Liga künftig Patienten über Hörsturz und Ohrgeräusche auf. Auf der
neuen Seite der Selbsthilfeorganisation können Surfer das bei Tinnitus typische Sausen
und Klingeln anhören. Betroffene könnten zusätzlich anhand eines Fragebogens den Grad
ihrer Tinnitus-Belastung messen oder sich online einer Selbsthilfegruppe anschließen,
teilte der Verband mit. Die Geräusche sind unter der Adresse www.tinnitus-liga.de
abrufbar.
Post-BKK erstattet weiterhin
Internetarzneien
16.11. PZ. Heftiger Kritik sieht sich derzeit die
BKK der Post ausgesetzt. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart will nach eigenen Angaben
auch weiterhin bei Online-Apotheken eingereichte Rezepte erstatten. Nach PZ-Informationen
wolle man sich allerdings dabei im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten bewegen. Eine vom
Deutschen Apothekerverband (DAV), Eschborn, eingeforderte Unterlassungserklärung hat der
Vorstand der Betriebskrankenkasse bislang nicht abgegeben. Unterdessen hat Wolfgang
Schmeinck, der Vorsitzende des BKK-Bundesverbandes, am Rande eines Kongresses seinem Unmut
über das Vorgehen der BKK der Post Luft verschafft. Dieses Handeln stehe im Gegensatz zu
der Auffassung des BKK-Bundesverbandes. Brisant ist die Position der BKK der Post
insbesondere vor dem Hintergrund der Einstweiligen Verfügung gegen die Internet-Apotheke
0800DocMorris, die vom DAV und der Bayer Vital GmbH vor dem Landgericht Frankfurt erwirkt
wurde. Dem niederländischen Unternehmen wurde der Versand und Verkauf von Arzneimitteln
via Internet untersagt.
Gentests weniger zugängig für
Versicherungen
15.11. dpa. Bundesforschungsministerin Edelgard
Bulmahn (SPD) will den Zugang von Versicherungen zu Gentests gesetzlich beschränken.
"Niemand darf dazu gezwungen werden, einen Gentest zu machen oder ein
Gentest-Ergebnis zu offenbaren, weder durch den Arbeitgeber noch durch eine
Versicherung", sagte Bulmahn der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).
Jeder Mensch habe ein Recht auf volle Kontrolle über seine Erbgut-Informationen. Deshalb
müsse im Versicherungsvertragsgesetz unmissverständlich stehen, dass nur bekannte
Krankheiten offenbart werden müssten, nicht aber Gentests mit Daten über
Krankheitsrisiken. Der Bundesrat hatte am vergangenen Freitag ein weitgehendes
Nutzungsverbot von Gentests durch Versicherungen gefordert. Gentests dürften nicht zur
Voraussetzung für den Abschluss einer Police gemacht werden. In einer Entschließung
hatte die Länderkammer in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, einen entsprechenden
Gesetzentwurf vorzulegen. Auch müsse den Versicherungen untersagt werden, nach früheren
Gentests und deren Ergebnissen zu fragen.
Blutspenden nach England-Aufenthalt
umstritten
15.11. dpa. Wer sich in den vergangenen Jahren
länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten hat, sollte nach
Ansicht zweier wichtiger Gesundheitsbehörden des Bundes sicherheitshalber kein Blut mehr
spenden. Damit soll das Risiko einer Übertragung der neuen Variante der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ausgeschlossen werden. Eine entsprechende Stellungnahme habe
der Arbeitskreis Blut am 13. November beschlossen, teilten das Paul- Ehrlich-Institut in
Langen bei Frankfurt und das Berliner Robert- Koch-Institut am Dienstag mit. Die Krankheit
wird wahrscheinlich durch den Verzehr von BSE-infizierten Rinderprodukten ausgelöst.
Sind Beta-Zellen medikamentös
regenerierbar?
15.11. PZ. Präklinische Untersuchungen zeigen,
dass Rosiglitazon die Beta-Zellen des Pankreas regenerieren kann. Um zu klären, ob sich
dadurch auch Typ-2-Diabetes verhindern lässt, wurde nun eine Studie, die DREAM-Studie
(Diabetes Reduction Approaches with Ramipril and Rosiglitazone Medications) ins Leben
gerufen. Mehr als 4000 Teilnehmer werden an dieser Studie teilnehmen. Die
Beobachtung läuft über fünfeinhalb Jahre. Wie SmithKline Beecham Pharma in einer
Pressemitteilung weiter mitteilt, sollen die Teilnehmer randomisiert entweder
Rosiglitazon oder den ACE-Hemmer Ramipril oder Placebo erhalten. Alle Probanden haben ein
genetisch oder ethnisch bedingtes erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Während der
Studie werden sie alle sechs Monate auf Zeichen einer Glukoseintoleranz oder eines
bestehenden Typ-2-Diabetes untersucht werden. Ramipril wurde gewählt, weil es in der
HOPE-Studie, deren Ziel die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen war, eine
Senkung der Typ-2-Diabetes-Häufigkeit um 34 Prozent aufwies, ein unerwarteter
Nebenbefund. Die Ergebnisse bezüglich einer Prävention von Diabetes müssen jedoch noch
geklärt werden. Als wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes wird heute die
Insulinresistenz angesehen. Erst in späteren Stadien der Erkrankung versagen die
Beta-Zellen des Pankreas. Rosiglitazon vermindert nicht nur direkt die Insulinresistenz,
präklinische Studien legen auch nahe, dass sich die Beta-Zellen regenerieren. Dies
betrifft ihre Zahl und Funktion. Ob dies auch klinische Relevanz hat, soll die
DREAM-Studie klären.
© 2000 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de