| Christina Hohmann-Jeddi |
| 21.09.2026 10:30 Uhr |
Auch Professor Dr. Barbara Gärtner, Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, bestätigt die hohe Krankheitslast von Kindern und Jugendlichen gegenüber dem Science Media Center Deutschland. Bei den Hospitalisierungen seien vor allem kleine Kinder besonders häufig betroffen. »Bei Kindern unter vier Jahren haben wir praktisch ähnlich hohe Hospitalisierungsraten wie bei Personen über 80 Jahren«, so Gärtner.
Verlässliche Daten zu verstorbenen Kindern aus Deutschland gebe es nicht. Aus einigen anderen Ländern lägen solche Daten aber vor. »In Großbritannien wurden in den vergangenen Jahren etwa 30 bis 100 Todesfälle bei Kindern pro Jahr erfasst, in den USA knapp 200 und in Kanada rund 80. Überträgt man diese Größenordnungen auf Deutschland, ergäben sich hierzulande etwa 40 bis 160 Todesfälle bei Kindern pro Jahr«, berichtet die Virologin. Etwa die Hälfte der betroffenen Kinder hatte eine bekannte Vorerkrankung.
Den bisherigen Fokus auf Risikogruppen sieht Gärtner als »nicht sinnvoll und sogar kontraproduktiv« an. »Die Grippe kann jeden treffen – in jedem Alter – und jeder kann schwer erkranken, Folgeschäden erleiden oder sterben.« Deshalb verdiene auch jeder den Schutz durch eine Impfung.