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Grippewelle
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Impfstoffe umfassend angepasst

Impfstoffe gegen Grippe werden regelmäßig angepasst – für diese Saison besonders umfassend. Entscheidender ist aber, ob die Anpassung zu den in der Grippesaison tatsächlich zirkulierenden Viren passt.
AutorKontaktdpa
Datum 19.10.2026  15:00 Uhr

Für einen Teil der Bevölkerung wird die jährliche Grippeschutzimpfung im Herbst empfohlen, andere können sich damit schützen, wenn sie möchten. Die Wirkung hält mehrere Monate und schützt für die Saison.

Die Impfstoffe setzen sich aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten zusammen. Da Grippeviren sich im Gegensatz zu anderen Viren fortlaufend verändern, passen Hersteller ihre Impfstoffe jedes Jahr jeweils an die Virusstämme und -varianten an, die voraussichtlich in der kommenden Grippesaison zirkulieren, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Anfrage.

Grundlage sind demnach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur. Sie betrachten weltweit zirkulierende Varianten der Influenzaviren. Meist werde im Februar eine Prognose für die im folgenden Winter herrschenden Virusvarianten getroffen.

Welche Anpassungen wurden für die kommende Saison gemacht?

Für die Grippesaison 2026/2027 wurden alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Stämme angepasst. Dies beruhe auf der veränderten Antigenität der zirkulierenden Viren – also der Erkennbarkeit der Viren durch die nach der Impfung gebildeten Antikörper, erklärt das PEI. Für die zirkulierenden Viren wurden deutliche antigenetische Unterschiede gegenüber den bisherigen Impfstoffreferenzviren beobachtet.

Der Impfstoff sei angepasst worden, weil sich alle drei Stämme in den letzten Jahren deutlich verändert hätten, erklärt Professor Dr. Leif-Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité – »mit dem Ziel, den Impfstoff besser an die zirkulierenden Viren anzupassen«.

Lassen sich daraus Rückschlüsse für die bevorstehende Grippesaison ziehen?

»Ich würde daraus nicht primär schließen, dass wir eine viel stärkere Grippesaison bekommen«, so Sander. Mit der noch recht neuen Influenza-Variante A(H3N2) der Subklade K seien bereits im vergangenen Jahr viele Menschen in Kontakt gekommen. Zudem sei der Grippeimpfstoff nun auch darauf angepasst worden. Im vergangenen Jahr habe es zwar eine ausgeprägte Grippesaison mit vielen Erkrankten und vollen Krankenhäusern gegeben, insgesamt sei die Saison aber nicht außergewöhnlich schwer verlaufen. »Auch auf der Südhalbkugel, wo der Winter jetzt ausläuft, gab es keine ganz so schwere Grippesaison.«

Der genaue Verlauf einer Grippesaison sei im Vorhinein nicht abzusehen, teilt das PEI mit. Der tatsächliche Impfschutz hänge davon ab, wie gut die Stammanpassung zum jeweiligen Zeitpunkt zu den tatsächlich zirkulierenden Virusstämmen passt. Aber auch das Alter der geimpften Personen und frühere Influenzainfektionen oder -impfungen spielen eine Rolle. Der Impfschutz lässt mit der Zeit wieder nach, es hängt also auch vom Zeitpunkt der Grippeinfektion ab.

Aber auch weniger wirksame Impfstoffe verhindern viele Krankheitsfälle und Influenza-Erkrankungen verlaufen bei geimpften Personen typischerweise milder.

Denn trotzdem gilt: »Die Grippewelle kommt immer, da kann man im Grunde die Uhr danach stellen. Jedes Jahr sterben viele Leute daran und es führt immer zu einer hohen Krankheitslast«, erklärt Sander. »Aber wir erwarten nicht, dass dieses Jahr eine besonders dramatische Grippewelle auf uns zurollt.«

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