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Corona-Impfstoff

Novavax meldet gute Phase-I-Ergebnisse

Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Novavax hat nach Angaben des Herstellers bei ersten Tests ermutigende Ergebnisse gezeigt.
PZ
dpa
05.08.2020  13:00 Uhr

In der ersten Phase der klinischen Tests hätten alle Probanden Antikörper gegen den Erreger SARS-CoV-2 entwickelt, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Bei den 131 Teilnehmern im Alter von 18 bis 59 Jahren habe es keine schweren Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Die Ergebnisse der in Australien durchgeführten Tests wurden jedoch noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft und veröffentlicht.

Die ersten klinischen Tests mit wenigen Freiwilligen prüfen vor allem die Verträglichkeit, Immunreaktion und Dosis eines Impfstoffs, dessen Wirksamkeit muss anschließend in wesentlich größeren Studien geprüft werden. Bislang ist noch nicht klar, ob und wie lange die Antikörper die Probanden tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können. Das müssen die weiteren klinischen Studien zeigen. In der Phase-I-Studie riefen beide Dosierung (5 µg mit Adjuvanz und 25 µg ohne Adjuvanz) eine ausreichende Antikörperbildung hervor.

Novavax hat von der US-Regierung für die Impfstoffentwicklung Anfang Juli 1,6 Milliarden US-Dollar (1,35 Millionen Euro) zugesprochen bekommen. Damit soll die Durchführung einer Phase-III-Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern und die Produktion von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs NVX-CoV2373 finanziert werden. Die Firma hofft, diesen großen klinischen Test im Herbst zu starten. 

Bei NVX-CoV2373 handelt es sich um ein rekombinant hergestelltes Antigen auf Basis des Spike-Proteins von SARS-CoV-2, welches das Virus benötigt, um an die Wirtszelle zu binden. Die Vakzine soll zudem das Saponin-basierte Adjuvanz Matrix-M™ enthalten, um eine ausreichende Immunantwort zu stimulieren. In der Phase-I-Studie wurde sowohl ein adjuvantiertes als auch ein nicht-adjuvantierter Impfstoff verimpft. Ohne Adjuvanz wurde nach 28 Tagen ein zweites Mal verimpft.

Die Verträglichkeit war gut, mit Adjuvanz war die Anzahl der gebildeten neutralisierenden Antikörper etwas höher. Bei dieser Version des Impfstoffs bildeten die Probanden auch CD4+-positive Zellen, vor allem vom Th1-Phänotyp.

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