| Sven Siebenand |
| 28.07.2026 17:00 Uhr |
Chronische Schlafstörungen sind gekennzeichnet durch Schwierigkeiten beim Ein- und/oder Durchschlafen – trotz ausreichender Schlafgelegenheit – über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. / © Getty Images/Ekaterina Goncharova
Chronische Schlafstörungen sind gekennzeichnet durch Schwierigkeiten beim Ein- und/oder Durchschlafen – trotz ausreichender Schlafgelegenheit – über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. Sie können zu Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit führen. Insomnie gilt als ein großes Gesundheitsproblem mit erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Alltag der Betroffenen.
Lemborexant greift in das wachheitsfördernde Orexin-System des Körpers ein. Dieses besteht aus den Neuropeptiden Orexin A und B sowie den Rezeptoren OX1R und OX2R. Über diese Rezeptoren stimulieren die Orexine wachheitsfördernde Signalwege. Zudem aktivieren sie weitere bekannte Wachhormone, etwa Serotonin, Histamin und Norepinephrin. Unter normalen Umständen steigt der Orexinspiegel im Laufe des Tages an, um die Wachheit zu fördern, und fällt dann zur Nacht wieder ab. Eine Überaktivität des Wachheitssystems gilt als wichtiger Antriebsfaktor für Insomnie.
Lemborexant ist ein dualer Orexin-Rezeptor-Antagonist (DORA), der auf beide Orexin-Rezeptoren wirkt. Es antagonisiert so die Wirkung der Orexine, verringert die Wachheit und erleichtert das Einschlafen. Neu ist dieser Wirkmechanismus nicht. Im Jahr 2022 kam mit Daridorexant (Quviviq™) der erste DORA in Deutschland auf den Markt.
In den USA ist diese Arzneistoffklasse noch viel länger bekannt. Dort ist Lemborexant auch schon seit Jahren zugelassen und wird unter dem Namen Dayvigo™ vertrieben. Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg, die höchstens einmal pro Nacht unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden sollte, wobei mindestens sieben Stunden bis zum geplanten Aufwachen verbleiben sollten. Die Dosis kann je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit auf maximal 10 mg erhöht werden.