| Sven Siebenand |
| 10.08.2026 16:20 Uhr |
Bei Narkolepsie können plötzliche Schlafanfälle überall und jederzeit auftreten. / © Getty Images/AndreyPopov
Typische Symptome bei Narkolepsie Typ 1 sind exzessive Tagesschläfrigkeit, plötzlicher Verlust des Muskeltonus (Kataplexie), gestörter Nachtschlaf und eine deutlich reduzierte Lebensqualität. Bisher verfügbare Therapien können die Wachheit am Tag erhöhen und die Kataplexie reduzieren, sie greifen aber nicht in die Pathophysiologie der Erkrankung ein.
Bei der Narkolepsie Typ 1 gehen Orexin-produzierende Neuronen im Hypothalamus unter. Orexine wirken über zwei Rezeptoren: den Orexin-Rezeptor 1 (OX1R) und den Orexin-Rezeptor 2 (OX2R). Beide Rezeptoren spielen bei einer Reihe von physiologischen Reaktionen eine Rolle. Insbesondere weist OX2R Funktionen im Wachzustand, im REM-Schlaf und bei der Vorbeugung von Kataplexie in Tiermodellen der Narkolepsie auf.
Während es Orexin-Rezeptor-Antagonisten zur Behandlung der Insomnie schon länger gibt, etwa Daridorexant, sind Orexin-Rezeptor-Agonisten bislang noch nicht zugelassen. In den USA hat sich das nun geändert. Oveporexton überwindet die Blut-Hirn-Schranke und bindet als Agonist selektiv an den OX2R. So kann der Wirkstoff wachheitsfördernde Wirkungen entfalten. Es ist der erste bei Narkolepsie zugelassene Wirkstoff, der auf das Orexin-System des Körpers einwirkt.
Wirksamkeit und Sicherheit von Orzeyful wurden in zwei randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien über zwölf Wochen untersucht, an denen 273 Erwachsene mit Narkolepsie Typ 1 teilnahmen. Oveporexton bewirkte hier statistisch signifikante Verbesserungen über das gesamte Spektrum der Krankheitssymptome hinweg. Dazu gehörten Verbesserungen bei übermäßiger Tagesmüdigkeit, Kataplexie und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schlafstörungen (Schlaflosigkeit), Harndrang, häufiges Wasserlassen und übermäßiger Speichelfluss.
Das neue Arzneimittel wird zweimal täglich oral eingenommen. Die FDA informiert, dass Orzeyful nicht gleichzeitig mit starken CYP3A-Hemmern angewendet werden darf. Zudem seien Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten unter 18 Jahren bisher nicht nachgewiesen.