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Bempedoinsäure

Neuer oraler Lipidsenker

Ein Sonderfall stellt diesbezüglich Simvastatin dar, dessen Plasmaspiegel bei gleichzeitiger Anwendung im Vergleich zu anderen Statinen stärker anstiegen. Für betroffene Patienten gilt, dass sie nicht mit mehr als 20 mg Simvastatin täglich behandelt werden sollten. Ausgenommen sind Hochrisikopatienten, die 40 mg Simvastatin pro Tag erhalten dürfen. Die gleichzeitige Gabe von höheren Dosen als 40 mg Simvastatin täglich ist kontraindiziert.

Bempedoinsäure kann die Harnsäurespiegel im Serum erhöhen und eine Hyperurikämie verursachen beziehungsweise verschlimmern. Tritt eine Hyperurikämie zusammen mit Gichtsymptomen auf, ist die Behandlung abzusetzen. In den klinischen Studien wurde eine Erhöhung der Leberwerte beobachtet. Vor der Einleitung der Therapie sind daher Leberfunktionstests durchzuführen. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollten sie regelmäßig erfolgen.

Bempedoinsäure hemmt die beiden organischen Anionen-Transporter OATP1B1 und OATP1B3. Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die Substrate von OATP1B1 oder OATP1B3 sind (etwa Bosentan, Glecaprevir, Grazoprevir, Voxilaprevir und Statine), kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen. Des Weiteren hemmt Bempedoinsäure in vitro den OAT2-Transporter. Dies ist womöglich die Erklärung dafür, dass unter der Therapie geringfügige Erhöhungen des Serumkreatinins und der Harnsäure beobachtet wurden. Eine potenzielle Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die Substrate von OAT2 sind, kann bei gleichzeitiger Gabe nicht ausgeschlossen werden. Ferner kann Bempedoinsäure in klinisch relevanten Konzentrationen zu einer schwachen Inhibition von OAT3 führen.

In Schwangerschaft und Stillzeit ist Bempedoinsäure kontraindiziert. Frauen müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Patientinnen, die beabsichtigen schwanger zu werden, sind anzuweisen, die Einnahme von Nilemdo vor dem Abbruch der Anwendung von Verhütungsmaßnahmen zu beenden.

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