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Leukämie 

Neuer Hedgehog-Signal-Hemmer verfügbar  

Mit Glasdegib kommt sieben Jahre nach Vismodegib und zwei Jahre nach Sonidegib ein dritter Wirkstoff aus der Klasse der Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren auf den Markt. Der Neuling hat aber eine andere Indikation: die akute myeloische Leukämie (AML).
Brigitte M. Gensthaler
08.09.2020  07:00 Uhr

Glasdegib (Daurismo® 25 mg/100 mg Filmtabletten, Pfizer) wird angewendet in Kombination mit niedrig dosiertem Cytarabin (Low-Dose Cytarabine/Ara-C, LDAC) für die Behandlung einer neu diagnostizierten akuten myeloischen Leukämie (AML) bei erwachsenen Patienten, die eine schlechte Prognose haben, da sie keine Standard-Chemotherapie als Erstbehandlung erhalten können. Hingegen sind Vismodegib (Erivedge®) und Sonidegib (Odomzo®) zugelassen für Erwachsene mit fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, für die eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet ist.

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg Glasdegib einmal täglich etwa zur gleichen Uhrzeit unabhängig von einer Mahlzeit. Das Arzneimittel wird zusammen mit einer niedrigen Dosis Cytarabin gegeben, zum Beispiel 20 mg zweimal täglich subkutan an den ersten zehn Tagen eines 28-Tage-Zyklus.

Wenn der Patient eine Daurismo-Tablette erbricht, soll er keine Ersatzdosis nehmen, sondern bis zur nächsten geplanten Einnahme warten. Eine vergessene Dosis kann er nachholen, wenn nicht mehr als zehn Stunden seit dem letzten Einnahmezeitpunkt vergangen sind. Keinesfalls sollte er zwei Dosen auf einmal schlucken.

Bei eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion sowie bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung nötig. Dies ist jedoch der Fall, wenn bestimmte Nebenwirkungen wie QT-Zeit-Verlängerung, Anstieg der Creatininkinase (CK) und Muskelbeschwerden oder hämatologische Toxizitäten (Thrombozytopenie und Neutropenie) auftreten. Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit kann dann eine Halbierung der Tagesdosis auf 50 mg erforderlich werden.

Da das Cytochrom-Enzym CYP3A4 überwiegend für den Abbau von Glasdegib verantwortlich ist, ist die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren zu vermeiden, da diese die Plasmakonzentrationen von Glasdegib senken. Für mäßig stark wirksame Induktoren gilt: Kann die gleichzeitige Gabe nicht vermieden werden, sollte die Glasdegib-Dosis je nach Verträglichkeit erhöht, in der Regel verdoppelt werden. Die Fachinformation enthält ausführliche Hinweise zu den Dosisanpassungen.

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