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Impfen durch Inhalieren
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Neuer alter Pockenimpfstoff gegen Coronavirus

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 setzen einige Wissenschaftler auch auf alte Bekannte. Beispielsweise könnte ein alter Pockenimpfstoff in abgewandelter Form Nutzen zeigen oder neue Erkenntnisse zu dem alten Gelbfieberimpfstoff könnten bei der Suche hilfreich sein. Auch am Impfen ohne Nadel wird geforscht.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 18.05.2020  17:14 Uhr

Gelbfieber-Impfstoff schult um

Auch ein Gelbfieber-Impfstoff könnte zu einer Pandemievakzine umgemünzt werden: Die Impfung gegen Gelbfieber ist eine der besten überhaupt – mit einem lebenslangen Schutz, schreibt die LMU in einer Pressemitteilung. Auch dieser Impfstoff enthält eine abgeschwächte Form des Erregers, des Gelbfiebervirus. Ein Konsortium von Forschern in München hat nun analysiert, wie die potente Immunantwort im Körper zustande kommt. 

35 Impflingen wurde fünfmal im Laufe von vier Wochen vor und nach der Impfung Blut abgenommen. So konnten die Forschenden die Entwicklung der Abwehrreaktion genau verfolgen. »Die Zusammensetzung von im Blut zirkulierenden follikulären T-Helferzellen an Tag 14 nach der Impfung hängt mit der Qualität der schützenden Antikörper nach vier Wochen zusammen«, fasst Professor Dr. Dirk Baumjohann, ehemals LMU und nun an der Universität Bonn, das Ergebnis zusammen. Man könne damit den zu erreichenden Impfschutz vorhersagen. Laut Professor Dr. Simon Rothenfußer von der LMU könnten diese Immunparameter nun auch als Zielparameter für eine optimale Immunantwort bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 eingesetzt werden.

Zudem gibt es die Option, das abgeschwächte Gelbfieber-Impfvirus als Vektor in der Impfstoff-Entwicklung gegen neue Erreger wie SARS-CoV-2 zu nutzen. Bei diesem Ansatz werden wie bei dem obengenannten Pocken-Impfvirus die genetische Information für bestimmte Proteine von SARS-CoV-2, etwa das Spike-Protein, in das Impfvirus integriert. Die Methode wurde mit dem Gelbfieber-Impfvirus bereits erfolgreich für die Entwicklung eines in Australien zugelassenen Impfstoffs gegen das Japanische-Enzephalitis-Virus angewendet.

Impfstoff über die Haut aufnehmen

Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam informiert derweil über einen weiteren Ansatz, der allerdings noch weit von der praktischen Anwendung entfernt ist. Die Forscher des Instituts wollen in den kommenden Jahren erreichen, über den gezielten Impfstofftransport über die Haut Immunität und Schutz gegen SARS-CoV-2 aufbauen zu können. Sie wollen dabei ausnutzen, dass die Dichte der Immunzellen in der Haut höher ist als in Muskeln, wohin Impfstoffe meist appliziert werden. In der Haut befinden sich auch die sogenannten Langerhans-Zellen. Diese Zellen aktivieren und koordinieren die antivirale Antwort im Körper.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Christoph Rademacher an dem Potsdamer Institut hat eine neue Plattformtechnologie entwickelt, mit dem diese Langerhans-Zellen gezielt angesprochen werden können. Dieses System soll es ermöglichen, Impfstoffe direkt auf die Haut aufzutragen oder mit Mikronadeln zu injizieren. Dafür nutzt das System die natürlichen Mechanismen des Immunsystems. »Wir gehen davon aus, dass unser System alle Impfstoffe freisetzen kann, die Proteine, Peptide oder mRNA verwenden«, sagt Rademacher, Haupterfinder der neuen Technologie. Die zentrale Rolle spiele ein hochspezifischer chemischer Baustein, der das Andocken ausschließlich an Langerhans-Zellen ermöglicht und dort eine effiziente Freisetzung des Impfstoffs erlaubt.

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