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Post/Long-Covid-Syndrom

Neue S1-Leitlinie zu Covid-19-Folgen

Die bei einem Teil der Patienten beobachtete Viruspersistenz wird auf eine unzureichende viruseliminierende Immunantwort zurückgeführt. Vor diesem Hintergrund war es naheliegend, den Effekt einer postinfektiösen SARS-CoV-2-Vakzinierung zu untersuchen. In einer kleinen Observationsstudie wurde gezeigt, dass sich in dem Kollektiv mit ausgeprägten Post/Long-Covid-Symptomen bei 23,2 Prozent der Vakzinierten und 15,4 Prozent der Nichtgeimpften eine Verbesserung einstellte; zu einer Verschlechterung der Symptome kam es bei 5,6 Prozent der Vakzinierten und 14,2 Prozent der Nichtgeimpften. Diese Unterschiede waren zwar statistisch signifikant, aber nur gering ausgeprägt. Größere kontrollierte prospektive Studien sind notwendig, um die Effektivität einer Vakzinierung bei Post/Long Covid zu überprüfen. Daraus leitet die Leitlinie die Empfehlung ab, eine therapeutische Vakzinierung nur im Rahmen von Studien vorzunehmen.

In der Leitlinie wird betont, dass gesicherte therapeutische Interventionen bei Post/Long Covid bisher nicht bekannt sind. Daher sollte sich eine medikamentöse Therapie an den Symptomen orientieren.

Regelmäßig sollten bei den Patienten die Vitalparameter, aber auch die kognitiven Funktionen überprüft werden. Bei Hinweisen auf Verschlechterung sollten unter anderem Sauerstoffsättigung, D-Dimere, das Blutbild (Lymphopenie), Kreatinin und die Elektrolyte kontrolliert werden. Und schließlich sollten sowohl die Angehörigen wie auch die Sozial- und Pflegedienste, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden frühzeitig in die Therapie mit eingebunden werden.

Neben dieser neuen S1-Leitlinie existiert auch eine weitere »S2k-Leitlinie zu SARS-CoV-2, Covid-19 und (Früh-)Rehabilitation«, die Ende 2020 unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) gemeinsam mit 13 weiteren Fachgesellschaften veröffentlicht wurde.

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