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Daraxonrasib 
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Neue Hoffnung beim RAS-mutierten Pankreaskarzinom

Das duktale Pankreaskarzinom (PDAC) gehört zu den prognostisch ungünstigsten soliden Tumoren. Trotz der verfügbaren Erst- und Zweitlinienoptionen liegt das mediane Gesamtüberleben bei metastasierter Erkrankung unter einem Jahr, die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei nur 3 Prozent. Jetzt keimt mit dem RAS(ON)-Inhibitor Daraxonrasib neue Hoffnung.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 08.05.2026  16:20 Uhr
Wirksamkeit: Ansprechraten und Überlebensdaten im historischen Vergleich

Wirksamkeit: Ansprechraten und Überlebensdaten im historischen Vergleich

Die klinisch relevantesten Daten lieferte eine präspezifizierte Subgruppenanalyse von 26 Patienten mit RAS-G12-Mutationen, die 300 mg Daraxonrasib als Zweitlinientherapie erhalten hatten. In dieser Gruppe zeigte sich eine objektive Ansprechrate (ORR) von 35 Prozent, darunter eine komplette Response. Die Krankheitskontrollrate (DCR) erreichte 92 Prozent. Das mediane Ansprechen trat nach 2,6 Monaten ein und hielt im Median 8,2 Monate an. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 8,5 Monate, das mediane Gesamtüberleben (OS) 13,1 Monate. Für alle 38 RAS-mutierten Patienten (G12, G13, Q61) in der Zweitlinie ergaben sich vergleichbare Ergebnisse: ORR 29 Prozent, medianes PFS 8,1 Monate, medianes OS 15,6 Monate.

Historisch publizierte Daten zur Zweitlinienchemotherapie beim PDAC weisen ORR von unter 10 Prozent, ein medianes PFS von zwei bis drei Monaten und ein medianes OS von fünf bis sieben Monaten. Auch wenn Quervergleiche zwischen Studien methodisch mit Vorsicht zu betrachten sind, ist der Unterschied numerisch substanziell.

In der Drittlinie und später zeigte sich erwartungsgemäß, eine geringere Wirksamkeit. Hier betrug die ORR 21 Prozent (RAS G12) beziehungsweise 20 Prozent (alle RAS-mutiert), das mediane PFS 4,3 Monate und das mediane OS 8,6 bzw. 9,0 Monate.

Sicherheitsprofil: Handhabbar, aber aufmerksam zu managen

Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TRAE) jeglichen Grades traten bei 96 Prozent der Patienten auf; Ereignisse ab Grad 3 wurden bei 30 Prozent verzeichnet. Die am häufigsten berichteten TRAE umfassten Hautausschlag (88 Prozent), Diarrhö (46 Prozent), Nausea (42 Prozent), Stomatitis/Mukositis (40 Prozent), Erbrechen (31 Prozent) und Fatigue (20 Prozent). Ein Spektrum, das die Zielstruktur widerspiegelt und als On-Target-Toxizität zu werten ist. 

In der 300-mg-Kohorte führten TRAE bei 48 Prozent der Patienten zu Dosismodifikationen (Unterbrechungen bei 43 Prozent, Reduktionen bei 30 Prozent), ohne dass ein einziger Therapieabbruch aufgrund von Toxizität erfolgte. Grad-5-Ereignisse wurden nicht beobachtet.

Die mittlere relative Dosisintensität lag bei 86 Prozent. Rash und gastrointestinale Ereignisse konnten durch Standardmaßnahmen effektiv kontrolliert werden. Für künftige Studien empfehlen die Autoren eine prophylaktische Strategie zur Reduktion von Grad-3-Hautreaktionen.

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