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Selbstmedikation

Nase frei bei Schnupfen

Durchschnittlich drei- bis viermal im Jahr erkranken Erwachsene an einem Erkältungsschnupfen, im Winter häufiger als im Sommer. Lokale oder systemische Dekongestiva, aber auch verschiedene Phytopharmaka können die Beschwerden lindern.
Maria Pues
15.12.2021  07:00 Uhr

Eine verstopfte Nase sowie Kopf- und Gliederschmerzen stellen die vorherrschenden Symptome bei einem Erkältungsschnupfen dar. Häufig beginnt er mit einer »laufenden« Nase. Nach wenigen Tagen dickt das Sekret häufig ein und verstopft Nase und Nebenhöhlen, sodass eine ungehinderte Nasenatmung nicht mehr möglich ist. Wichtiges Therapieziel ist es, diese wieder zu ermöglichen und einen Sekretstau zu vermeiden.

Lokale Dekongestiva wie Xylometazolin (zum Beispiel Otriven®) oder Oxymetazolin (zum Beispiel Nasivin®) führen über eine Vasokonstriktion zu einem Abschwellen der Nasenschleimhäute. Ihre Wirkung setzt rasch ein und hält etwa fünf bis acht Stunden an. Patienten sollten bei der Anwendung auf eine altersgerechte Konzentration achten und die Dosierungsempfehlungen einhalten. Lokale Dekongestiva sollten aufgrund der Gefahr eines Rebound-Phänomens außerdem maximal sieben Tage lang angewendet werden. Ein Cochrane-Review empfiehlt die Anwendung Benzalkoniumchlorid-freier Zubereitungen in möglichst niedriger Dosierung über maximal zehn Tage.

Stärkere Beschwerden, etwa wenn auch die Nasennebenhöhlen betroffen sind, lassen sich mit lokalen Dekongestiva zumeist nur unzureichend bessern. Hier empfehlen sich systemische Vertreter, etwa mit Pseudoephedrin. Entsprechende Arzneimittel enthalten meist außerdem ein Analgetikum, etwa Ibuprofen (zum Beispiel Boxagrippal®), das außerdem Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtes Fieber lindert. Systemische Dekongestiva erleichtern nicht nur die Nasenatmung, sondern auch ein Abfließen des Sekretes. Da unerwünschte Wirkungen auf Herz und Kreislauf möglich sind, dürfen unter anderem Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, vor allem mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte, diese Arzneimittel nicht anwenden. Zu beachten ist außerdem das Alter des Anwenders, da je nach Produkt eine bestimmte untere Altersgrenze besteht.

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