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US-Umfrage
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Mythen zu Antibiotika halten sich hartnäckig

Einer US-Umfrage zufolge bevorzugt die Mehrzahl der Patienten eine längere Einnahmedauer von Antibiotika, obwohl deren Notwendigkeit wissenschaftlich längst widerlegt ist. Die Autoren fordern, dass die »One-to-One«-Abstimmung zwischen Arzt und Patient schneller nachziehen müsse, wenn sich die Evidenz ändert. 
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 20.08.2026  12:30 Uhr

Bedeutung für die Praxis

Zuerst muss betont werden, dass die Umfrage die US-amerikanischen Vorstellungen widerspiegelt und nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar ist.

Die Daten zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen Wissenschaft und Alltag. Studien belegen, dass bei vielen bakteriellen Infektionen kürzere Antibiotikatherapien ebenso wirksam und sicher sind wie längere. Zugleich gibt es bislang kaum belastbare Evidenz dafür, dass das vorzeitige Beenden einer korrekt verordneten Behandlung unter den richtigen Bedingungen Resistenzen fördert. Für manche Erkrankungen, etwa Tuberkulose oder bestimmte Staphylokokken-Infektionen, ist eine längere Therapie jedoch weiterhin notwendig.

Patienten sollten die Dauer einer Antibiotikatherapie deshalb nie eigenmächtig verändern, sondern mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

Dass mehr als 90 Prozent der Befragten ärztlicher Beratung vertrauen, ist eine Chance, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen. Die Autoren sehen Ärzte daher als wichtigste Vermittler neuer Empfehlungen zu kürzeren Therapien. Änderungen sollten als normaler wissenschaftlicher Fortschritt erklärt werden, damit Patienten nachvollziehen können, warum frühere Empfehlungen angepasst werden. Zudem sollten die Risiken unnötig langer Antibiotikagaben stärker kommuniziert werden. Dafür braucht es eine differenziertere Kommunikation: Statt einfacher Slogans wie „Immer zu Ende nehmen“ oder „Kürzer ist besser“ sollten Empfehlungen erläutert werden, da die optimale Therapiedauer vom jeweiligen Krankheitsbild abhängt.

 

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