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Parodontitis
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Mit Photoimmuntherapie zum Erfolg

Die Therapie der Parodontitis könnte zukünftig gezielt den verursachenden Erreger eliminieren, ohne die nützlichen Bakterien im Mund zu schädigen. Ermöglichen könnte dies der kombinierte Einsatz einer Photoimmuntherapie.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 06.08.2026  10:00 Uhr

Ein gesundes orales Mikrobiom zeichnet sich durch eine vielfältige und ausgewogene mikrobielle Gemeinschaft aus. Der für die Parodontitispahtogenese wichtige Keim Porphyromonas gingivalis kann dieses Gleichgewicht jedoch stören und so Entzündungsprozesse fördern. Die Folgen können schlimmstenfalls ein Zahnverlust sein.

Herkömmliche Therapien wie Antibiotika beeinträchtigen jedoch auch nützliche Bakterien und stören damit das natürliche Gleichgewicht des oralen Mikrobioms. Forscher der Nagoya-Universität in Japan um Erstautor Dr. Hiroshi Maruyama suchten daher nach einer schonenderen Alternative und passten hierfür eine Nahinfrarot-Photoimmuntherapie auf den Erreger an.

Krebstherapie als Vorbild

Die als »Near-Infrared Photo-Antibacterial Targeting Therapy« (NIR-PAT²) bezeichnete Methode eliminierte in Zellkulturen und Mausmodellen P. gingivalis gezielt, ohne die gesunde orale Umgebung zu schädigen. Die Ergebnisse wurden im »Journal of Translational Medicine« veröffentlicht.

Die ursprünglich für die Krebsbehandlung entwickelte Methode nutzt eine Antikörper-Farbstoff-Verbindung, die spezifisch an Zielzellen bindet und durch Nahinfrarotlicht aktiviert wird. An den Farbstoff wurde ein IgY-Antikörper aus dem Eigelb von gegen P. gingivalis immunisierten Hühnern gekoppelt, sodass es spezifisch an dieses Bakterium bindet.

Selektive Wirkung

Zellversuche zeigten erste positive Ergebnisse: Nach Bindung des Antikörper-Farbstoff-Komplexes an P. gingivalis schädigte die Bestrahlung mit Nahinfrarotlicht die bakterielle Membran und führte zum Absterben der Bakterien. Andere Bakterien und gesunde menschliche Zahnfleischzellen wurden nicht beeinträchtigt.

Mausmodelle bestätigten die Daten. Eine Nahinfrarot-Behandlung verringerte den Knochenabbau durch P. gingivalis am Zahnhalteapparat signifikant. Speichelanalysen deuteten darauf hin, dass die Therapie die Zusammensetzung der oralen Mikrobiota günstig beeinflusste, indem sie pathogene P. gingivalis eliminierte und gleichzeitig nützliche Streptokokken erhalten blieben. Im Vergleich dazu reduzierten Standardantibiotika und eine antimikrobielle photodynamische Therapie, dich auch mittels Bestrahlung Bakterien abtötet, auch nützliche Bakterien.

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