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Long Covid

Mit der App »Fimo« gegen Fatigue

Verschiedene Erkrankungen wie etwa Covid-19 können zum Fatigue-Syndrom führen, einem ausgeprägten chronischen Erschöpfungszustand. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und unspezifisch. Eine neue Gesundheits-App soll Betroffenen den Alltag erleichtern.
Laura Rudolph
10.06.2022  10:30 Uhr

Die neue App »Fimo« richtet sich an Menschen, die im Zuge von Long Covid, Multipler Sklerose oder Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) an ausgeprägter Erschöpfung leiden. Der digitale Fatigue-Begleiter der Firma Fimo Health GmbH in Bonn ist ein Medizinprodukt.

Die App erklärt, wie die jeweilige Grunderkrankung mit dem Fatigue-Syndrom zusammenhängt, damit der Anwender die unterschiedlichen Ursachen besser verstehen kann. Je nach der Grundproblematik stehen Übungen zur Verfügung, die sich im Alltag einfach umsetzen lassen. Es gibt etwa spielerische Übungseinheiten, um die Konzentration- und Leistungsfähigkeit zu schulen. Tipps und Tricks sollen den Alltag der Betroffenen trotz Erschöpfungssymptomen verbessern. Zudem lassen sich persönliche Einflussfaktoren dokumentieren und zu einem Arztreport verarbeiten.

Fatigue ist das häufigste Long-Covid-Symptom. Damit wird Fimo zum ersten zertifizierten Medizinprodukt für die coronabedingte Folgeerkrankung. Christina Bernards, Expertin für innovative Versorgungsangebote bei der Siemens Betriebskrankenkasse SBK (SBK), betont in einer Pressemitteilung am Mittwoch die Notwendigkeit einer besseren Versorgung für Fatigue-Betroffene: »Aktuell gehen wir von einer hohen Dunkelziffer von Menschen aus, bei denen Long Covid oder ME/CFS nicht erkannt wird. Die diffuse Vielfalt der Symptome erschwert die Diagnostik und damit eine umfassende Dokumentation«.

Im Laufe des Jahres sollen erweiterte App-Versionen für Betroffene mit den Grunderkrankungen Krebs oder Rheuma erscheinen, wie die SBK Krankenkasse in ihrer Pressemitteilung verkündet. Als erste und bisher einzige Krankenkasse übernimmt die SBK die Kosten für die App für ihre Versicherten. Diese können einen Zugangscode für Fimo erhalten und die App für drei Monate kostenlos nutzen. Weitere Krankenkassen, die die App-Kosten übernehmen, sollen folgen.

 

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