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BPhD

Mehr Studienplätze allein bewältigen den Nachwuchsmangel nicht

Um dem zunehmenden Mangel an pharmazeutischem Nachwuchs entgegenzuwirken, reiche es nicht aus, mehr Studienplätze zu schaffen. Der Apothekerberuf müsse zusätzlich zeitgemäß attraktiv gestaltet und kommuniziert werden, meint der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD).
Carolin Lang
22.11.2021  15:00 Uhr

Mitte November fand die 131. Bundesverbandstagung des BPhD in Berlin statt. Dabei beschlossen die Delegierten der Studierendenvertretung unter anderem ein neues Positionspapier zum Thema Fachkräfte- und Nachwuchsmangel, welches der Verband am heutigen Montag veröffentlichte. »Bereits heute besteht ein Bedarf an mehr Personal in der Pharmazie und dieser wird sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen«, schreibt der BPhD. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, müssten jetzt entsprechende Maßnahmen geplant und umgesetzt werden.

In dem Positionspapier fordert der BPhD den Gesetzgeber dazu auf, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Zahl der Studienplätze im Fach Pharmazie in den nächsten fünf Jahren bundesweit um mindestens 30 Prozent zu erhöhen. Damit unterstützt der Verband einen entsprechenden Antrag, dem beim Deutschen Apothekertag (DAT) im September mehrheitlich zugestimmt wurde. Als Gründe für eine notwendige Aufstockung sind darin ein erweitertes Aufgabenfeld für Apotheker, die demographische Situation im Berufsstand und der zunehmende Anteil von Teilzeitstellen bei Neubesetzungen aufgeführt. Dem stimmt der BPhD zu und betont, dass eine konsequente Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen und die Erweiterung von Kompetenzen im Berufsbild künftig mehr personelle Kapazitäten einfordern würden, aber nötig seien, um den Apothekerberuf zeitgemäß zu gestalten.

Zusätzlich fordert die Interessenvertretung der Pharmaziestudierenden, dass die Bundesländer der 22 Pharmazie-Studienstandorte ihre Kapazitäten überprüfen und gegebenenfalls erhöhen. Zudem sollten die Bundesländer neue Studienstandorte eröffnen, um so nachhaltig für neue Studienplätze zu sorgen.

Zügiges Konzept zur Nachwuchsförderung

Dies allein reiche aber nicht aus, postuliert der BPhD. »Eine Schaffung von neuen Studienplätzen allein kann das Problem des Nachwuchsmangels vor allem in den öffentlichen Apotheken nicht lösen«, heißt es im Positionspaper. Die Anstellung in der öffentlichen Apotheke sowie die Leitung dieser müsse eine attraktive Option für Jungapprobierte darstellen.

In diesem Zusammenhang begrüßt der BPhD die beim DAT beschlossene Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts zur Nachwuchsgewinnung und -förderung. Es sei sinnvoll, den BPhD als Studierendenvertretung in die Entwicklung mit einzubeziehen. Der Verband fordert die Standespolitik – besonders die Bundesapothekerkammer – dazu auf, mit der Erarbeitung dieses Konzepts unverzüglich zu beginnen und die Umsetzung und Implementierung spätestens im kommenden Jahr anzustreben. 

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